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Göttingen „Ich bin jetzt deutsch“
Die Region Göttingen „Ich bin jetzt deutsch“
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16:53 17.10.2017
Deutsch oder englisch? Eine aktuelle Frage für viele in Deutschland lebende Briten. Quelle: dpa
Göttingen

Schon im Jahr 2016 stieg die Zahl aller Einbürgerungen im Vergleich zu 2015 um 2,9 Prozent. Die Anzahl der Briten hingegen, denen die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen wurde, wuchs um fast das Vierfache - um 361 Prozent auf knapp 2900 Fälle.

Dieser Trend ist auch in Göttingen und Umgebung zu beobachten und setzt sich zudem im laufenden Jahr fort, berichten die Verwaltungen von Stadt und Landkreis Göttingen. Die Göttinger Stadtverwaltung registrierte im Jahr 2015 keine einzige Einbürgerung britischer Staatsbürger. 2016 waren es bereits sechs. Und laufenden Jahr waren es bisher zwölf, erklärt die Verwaltung.

Sechs Einbürgerungen, weitere Anträge liegen vor

Im Landkreis ist die Zahl der britischen Staatsbürger, die 2017 eingebürgert worden sind, ist zwischenzeitig auf sechs gestiegen. Außerdem liegen vier weitere Anträge vor. Ein deutlicher Anstieg, teilt die Verwaltung mit.

Einer der Eingebürgerten ist Richard Crowder, Geschäftsführer der Basketball-Truppe Veilchen Ladies. Er wollte Sicherheit: Wer weiß, was in zwei Jahren – nach dem Brexit - ist.“ Dann könne es für einen Briten in Deutschland Schwierigkeiten bei Formalitäten, beispielsweise geschäftlicher Natur, geben. Als EU-Bürger habe er ohne weiteres die doppelte Staatsbürgerschaft annehmen können, erklärt Crowder. „Ich habe einen deutschen Schulabschluss und habe mit der Staatsbürgerschaft 40 Jahre lang gewartet. Jetzt war es Zeit. Die britische Staatsbürgerschaft werde ich aber behalten.“ Und ein sportliches Motiv gab es für Crowder auch: „Ich wollte auch mal Fußball-Weltmeister werden.“

Klarheit über den eigenen rechtlichen Status

Auch die Britin Pauline Dyck hat sich einbürgern lassen. Ihr Motiv: Weil Briten nach 15 Jahren im Ausland das Wahlrecht verlieren, könnten sie nach dem Brexit jedes Recht, sich an lokalen und europäischen Wahlen zu beteiligen, verlieren. „Das“, sagt Dyck, „war meine Motivation, die deutsche Staatsangehörigkeit zu beantragen.“ Mehrere ihrer Bekannten hätten aus dem gleichen Grund ihre Einbürgerung beantragt. Und andere Briten, die als Selbstständige in Deutschland tätig sind und keine ehelichen Verbindungen mit Deutschen haben, wollten schlicht Klarheit über ihren rechtlichen Status nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU, meint Dyck.

In ganz Niedersachsen erwarben 295 Briten die deutsche Staatsangehörigkeit. Wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen (LSN) mitteilt, ist die Zahl der eingebürgerten Personen aus dem Vereinigten Königreich damit im Vergleich zum Vorjahr um 368 Prozent gestiegen. Noch nie zuvor haben sich so viele britische Staatsangehörige in Niedersachsen einbürgern lassen.

Auch bei türkischen Staatsbürgern Neigung zur Einbürgerung

Die prekäre Lage in der Türkei führt auch bei türkischen Staatsbürgern zu stärkerer Neigung zur Einbürgerung. In der Stadt Göttingen stieg die Zahl der Einbürgerungen von Türken von 21 im Jahr 2015 auf 29 im Folgejahr. Im laufenden Jahr habe es bislang sieben Einbürgerungen gegeben, erklärt die Stadtverwaltung.Im Landkreis liegen nach Verwaltungsangaben sechs Anträge in diesem Jahr auf Einbürgerung vor.

Wie bereits in den Vorjahren stellten Personen aus der Türkei mit 15 Prozent (1278 Personen) in Niedersachsen den größten Anteil an allen Eingebürgerten. Im Vergleich zum Jahr 2015 reduzierte sich diese Anzahl jedoch um etwa 25 Prozent.

Von Matthias Heinzel

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