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Göttingen Eine Stunde und einen Liter Milch weniger
Die Region Göttingen Eine Stunde und einen Liter Milch weniger
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19:00 23.03.2012
Zeitumstellung: Nicht nur den Menschen, auch Tieren wie diesen Milchkühen, fehlt in der Nacht zum Sonntag eine Stunde.
Zeitumstellung: Nicht nur den Menschen, auch Tieren wie diesen Milchkühen, fehlt in der Nacht zum Sonntag eine Stunde. Quelle: Hinzmann
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Diemarden

„Wir haben am ersten Tag nach der Zeitumstellung etwa einen Liter weniger pro Kuh“, erzählt Marco Füllgrabe. 85 Kühe hat der Landwirt in seinem Stall am Rande von Diemarden. „Den Kühen fehlt halt diese eine Stunde, um Milch zu produzieren.“ An dem gewohnten Melkrhythmus ändert Füllgrabe aber nichts, da sich nach nur wenigen Tagen die Milchproduktion wieder normalisiert habe.

Deutlich schlimmer sei die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit. „Wenn man da die Kühe nicht langsam umstellt, sondern einfach abrupt eine Stunde später melkt, drückt das Euter und die Kühe brüllen“, sagt Füllgrabe. Bis 1997 hatte der Milchbetrieb seine Stallanlage noch im Ort. „Im Anbindestall wusste jede Kuh, wann sie dran ist, und wenn man da nicht pünktlich zum Melken und Füttern kam, ging das Gebrüll los.“

Aber seitdem die Tiere im Laufstall und auf der Weide leben, gebe es auch keinen so starren Zeitplan. „Die Kühe haben jetzt kein starkes Zeitgefühl mehr, deswegen ist die Umstellung nicht mehr wirklich problematisch.“ Nur Füllgrabe selbst hatte vor einigen Jahren Probleme damit: „Ich hatte es total vergessen. Als ich morgens zum Stall kam, stand unser Auszubildender schon vor dem Stall und wartete.“ Da hatten am Ende die Kühe wieder eine Stunde gewonnen, um Milch zu produzieren.

Die Sommerzeit endet in der Nacht von 27. auf 28. Oktober.

Von Christopher Piltz