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Göttingen „Einige Autonome Blumenkinder“ säen Hanfsamen in Göttingen
Die Region Göttingen „Einige Autonome Blumenkinder“ säen Hanfsamen in Göttingen
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15:13 04.07.2014
Von Michael Brakemeier
Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Göttingen

Dabei habe man „größtenteils“ wirkstoffarme Samen verwendet. 20 Kilo und damit mehr als im Vorjahr seien ausgesät worden. An einigen Stellen – etwa auf dem Wilhelmsplatz, vor dem Auditorium am Weender Tor oder am Grünen Zentrum in der Langen-Geismar-Straße – ist die Saat der Blumenkinder inzwischen aufgegangen. Doch sie war bislang nur von kurzer Dauer.

Mitarbeiter der Stadt, mit einem von ähnlichen Aktionen in den beiden vergangenen Jahren geschulten Blick, haben die Pflanzen abgemäht. Inzwischen, so berichtet Polizeisprecherin Jasmin Kaatz, würde die Mahd getrocknet, um dann den Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) zu bestimmen. Ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz würde eingeleitet. Inzwischen seien auch die Polizeistreifen sensibilisiert.

Die Blumenkinder wollen mit ihrer Aktion auf eine „repressiven Drogenpolitik“ aufmerksam machen. „Auch wenn Kiffen gesellschaftlich längst weitestgehend akzeptiert und laut vieler Studien nicht gefährlicher als Alkohol ist, wird weiter hart gegen Konsumenten vorgegangen“, heißt es im Schreiben.

Solidarisiert

Statt „vollkommen irrational“ zu kriminalisieren, solle ein „mündiger“ Umgang mit Drogen das Ziel sein. Auf einer „schlichtweg falschen Dämonisierung“ beharrend, würden sich Politik und Behörden lieber weiter Probleme schaffen, wie schon die „Pflanzenausreiß-Aktion“ im vergangenen Jahr gezeigt habe.

Die Grüne Jugend (GJ) Göttingen solidarisiert sich mit den Guerilla-Gardening-Aktivisten: „Wir fordern die völlige Entkriminalisierung der Hanfpflanze und eine Politik, die auf der Drogenmündigkeit der Konsumenten und nicht auf einer vorurteilsbasierten Verbotspolitik beruht“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zum Thema hat die GJ gestern die Broschüre „Hanf säen mit Anna und Arthur“ veröffentlicht, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hanfverband (DHV), dem Hanfjournal und der Grünen Hilfe entstanden ist. Sie befasst sich mit der Geschichte des Cannabis, der rechtlichen Lage in verschiedenen Ländern, sowie Nutzungsformen und Wirkungen.

Gleichzeitig veranstaltet die GJ wieder einen Cannabis-Fotowettbewerb: Im Internet auf gj-goettingen.de sind die Fotos zu sehen. Auch über den Twitteraccount @gjgoettingen sollen die Bilder gepostet werden. Hashtag: #PotCityGoe (siehe unten).

Dieser Artikel wurde aktualisiert

• Das Bekennerschreiben unter linksunten.indymedia.org

• Die vollständige Pressemitteilung der Grünen Jugend: gj-goettingen.de

► Über den Hashtag #PotCityGoe der Grünen Jugend, kann der Fotowettbewerb verfolgt werden: