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Göttingen Am liebsten Nieselregen
Die Region Göttingen Am liebsten Nieselregen
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00:18 30.11.2017
Eisenbahnfreund Andreas Bohle bastelt mit Hauke bei der Eisenbahnbörse in der BBS II. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Bereits zum 54. Mal haben die Eisenbahnfreunde Göttingen eine Tauschbörse organisiert. Mehr als 500 Eisenbahnfans aller Spurweiten fanden bei durchwachsenem Herbstwetter den Weg in die BBS II in der Göttinger Godehardstraße.

Bei der 54. Eisenbahntauschbörse konnte der Eisenbahnfreunde Göttingen konnte der 30000 Besucher begrüßt werden. In den Räumen der BBS II gab es Modelle in allen Spurbreiten und eine Modulanlage der Gastgeber.

„Unsere Herbstbörse ist immer deutlich stärker frequentiert als die Frühjahrsbörse, die zumeist Anfang März stattfindet“, sagte der 1. Vorsitzende der Eisenbahnfreunde Göttingen e.V., Hans-Jürgen Ohm. Auf diesmal 158 Metern Ausstellungsfläche präsentierten die privaten Händler Eisenbahnen von Spur 1 (Gartenbahn) bis zur Spur Z (Maßstab 1:220). „Traditionell findet unsere Börse immer am Totensonntag statt“, sagt Ohm. „Auch ein Grund, warum kommerzielle Anbieter ausgeschlossen sind.“ Ohm blickte immer wieder aufs Wetter. „Nieselregen ist uns am liebsten“, sagt er. „Dann fällt der nachmittägliche Familienspaziergang aus, es wird umdisponiert, und wir haben besonders viele Besucher.“

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Seit 1974 gibt es die Börse

Seit 1974 gibt es die Börse und die Modellbahnfreunde sind stolz, dass sie die Schallmauer von 30000 Besuchern insgesamt nun brechen konnten. Doch es fehlt an Nachwuchs. „Es ist schon traurig, dass heute am Computer geballtert wird, statt mit der Eisenbahn zu spielen“, sagte Ohm. Er hat den Eisenbahnvirus fast mit der Muttermilch aufgesaugt, zum vierten Geburtstag bekam er eine Blecheisenbahn zum Aufziehen geschenkt. „Die wäre heute ein kleines Vermögen wert.“ Seine erste Märklin-Modelleisenbahn im Maßstab H0 erwarb er dann vom ersten selbstverdienten Geld im Jahr 1965.

Der Verein der Göttinger Eisenbahnfreunde hatte extra für die Börse die Module der Bahnstrecke Göttingen Bodenfelde, Abschnitt Lödingser Bahnhof, renoviert und steuerungstechnisch umgebaut. „So sah es etwa im Jahr 1966 aus“, sagte Ohm. „und es ist korrekt, dass es hier keinerlei Signale gibt. Denn damals wurden die Züge noch per Bahntelefon angekündigt.“

Ein Eisenbahnclub-Mitglied hatte für seinen Sohn eine Polizei-Lok, eine Fantasie-Lok – natürlich schon digital – entdeckt. Als diese Lok eine kurze Runde auf der Modulanlage drehen durfte, mit Blaulicht und Sirene, zog sie sofort die Aufmerksamkeit auf sich. Das war so gar nicht Ohms Sache. „Ich habe nur Loks, die es wirklich gegeben hat – und am schönsten ist es, wenn man sie auch schon selbst gesehen hat.“

Von Frank Beckenbach

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