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Göttingen Eltern-Ärger um Kita-Sanierung in Göttingen
Die Region Göttingen Eltern-Ärger um Kita-Sanierung in Göttingen
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00:21 03.03.2019
Die Arbeiten an der Kita Bethlehemgemeinde ziehen sich.
Die Arbeiten an der Kita Bethlehemgemeinde ziehen sich. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Es brodelt mächtig im Kindergarten der Bethlehemgemeinde auf dem Holtenser Berg in Göttingen. In einem offenen Brief an die Medien klagen Eltern über – aus ihrer Sicht – verschleppte Bauarbeiten und eine massive Behinderung der Kinderbetreuung.

Hintergrund: Die von der evangelischen Kirche betriebene Kita wird grundlegend saniert. Auftraggeber ist die Stadt Göttingen als Eigentümerin des Gebäudes. Während der Kernarbeiten waren die Kinder bis auf eine Gruppe über mehrere Monate in zwei Ausweichquartiere am Maschmühlenweg und an der Godehardstraße umgezogen.

„Ärgerliche“ Folgen

Inzwischen sind alle Kinder zurückgekehrt, aber die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Mit „ärgerlichen“ Folgen, so die Eltern: Fenster seien wochenlang mit Folien verklebt gewesen. Der Außenbereich sei nur sehr eingeschränkt nutzbar, Ausgänge seien teilweise versperrt, der Eingangsbereich durch Gerüste mit Kinderwagen kaum passierbar.

Für die Eltern ist zudem nicht nachvollziehbar, warum die Kinder bereits zurückkehren mussten. „Warum bleiben die Kinder nicht in den Ausweichquartieren bis die Sanierung abgeschlossen ist?“, heißt es weiter in dem Beschwerdebrief. Und sie fragen, warum es seit Anfang Dezember auch noch einen Baustopp gebe.

Bauverwaltung „arbeitet mit Hochdruck“

Den gibt es allerdings gar nicht – inzwischen wird längst wieder gearbeitet. Das bestätigten sowohl Kita-Leitung als auch die Stadtverwaltung. Die Außenarbeiten hätten aufgrund von Nachtfrost nur einige Zeit gestoppt werden müssen, erklärt Verwaltungssprecherin Nina Winter. Und es sei nicht auszuschließen, dass bei neuen Nachtfrösten erneut pausiert werde. Aber „die Bauverwaltung arbeitet mit Hochdruck daran, die Arbeiten so schnell wie möglich abzuschließen“. Ein Abschlusstermin könne allerdings nicht genannt werden.

Nach ihren weiteren Angaben wird das Gebäude seit Frühjahr 2018 komplett energetisch saniert und darüber hinaus ein zusätzlicher Mehrzweckraum angebaut. Der Innenbereich sei bis auf kleine Restarbeiten fertiggestellt, erklärte Winter weiter. An den Außenwänden müssten noch Teile der neuen Wärmedämmung angebracht werden. Vor diesem Hintergrund sei das Gebäude noch immer eingerüstet und einige Bereiche des Gartens weiterhin abgesperrt. Sandkasten und Rutschbereich stünden allerdings zur Verfügung.

„Dringender Wunsch der Kita selbst“

„Es war der dringende Wunsch der Kita selbst, mit allen Gruppen schnellstmöglich in die sanierten Räume zurückzuziehen“, pariert Winter den Vorwurf der Eltern, die Kinder seien voreilig zurückgeholt worden. Dies sei erfolgt, als die Innenarbeiten abgeschlossen waren. Über die noch andauernden Einschränkungen im Außenbereich sei die Kita informiert gewesen.

Das bestätigte Kita-Leiterin Monika Engelke und fügte an: „Wir waren froh, wieder hier zu sein“ – auch wenn ihr Team zurzeit weiter unter erschwerten Bedingungen arbeiten müsse. Sie habe Verständnis für die Verärgerung mancher Eltern: „Die Eltern wollen natürlich das Beste für ihre Kinder“. Allerdings seien auch alle immer über den Sanierungsverlauf und Verzögerungen informiert worden. Inzwischen werde wieder gearbeitet, „und wir hoffen, dass wir auch bald wieder den ganzen Garten nutzen können“, so Engelke. us

Von Ulrich Schubert