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Göttingen Eltern an Hauptschule entsetzt
Die Region Göttingen Eltern an Hauptschule entsetzt
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11:21 14.09.2009
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Ein Rundbrief an die Eltern sorgt seit vergangener Woche für Aufregung an der Käthe-Kollwitz-Schule. Darin heißt es, die Stadt beabsichtige zum nächsten Schuljahreswechsel, die beiden Göttinger Hauptschulen zusammenzuführen. Auch aus den Ratsfraktionen gibt es dezente Hinweise darauf, dass die Stadt als Schulträger die Einrichtung in Geismar als eigenständige Schule aufgeben wolle – zugunsten und als Außenstelle der Heinrich-Heine-Schule in Grone.

Der kommissarische Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, Christopher Franzmann-Korff, bestätigt ein Sondierungsgespräch, hält sich darüber hinaus bedeckt. Die Vorsitzende des Schulelternrates, Silke Oltmanns, wird deutlicher: „Das ist entsetzlich, unmöglich, wir sind geschockt.“ Der Vorstoß der Stadt sei unverständlich, weil es trotz sinkender Anmeldezahlen auch in diesem Schuljahr wieder zwei neue fünfte Klassen gebe – mit 13 und 17 Schülern. Zudem gebe es viele gute Gründe gegen eine Zusammenlegung der Schulen:

  • Nur in kleineren Klassen könnten die oft etwas schwerer lernenden und besonders Integrationskinder gut gefördert werden. An nur einer Schule werde es vermutlich wesentlich größere Klassen geben.
  • Die meisten Schüler kämen aus Geismar oder aus Göttingens Nachbargemeinden im Süden und Osten. Sie hätten bei einer vollendeten Zusammenlegung erheblich weitere und zum Teil unzumutbare Wege zur Schule in Grone.
  • Außerdem gebe es an der Käthe-Kollwitz-Schule ein bewährtes Betreuungskonzept, dass sich vom Konzept der Heinrich-Heine-Schule unterscheide.

„Es gab nur ein erstes Gespräch mit den Schulleitungen und weitreichende Überlegungen – keine Entscheidung, keinen Beschluss und keinen konkreten Termin für irgendeine Änderung“, versichert hingegen Göttingens Schuldezernent Ludwig Hecke. Es gebe allerdings gute Gründe für den Schulträger, sich über die Struktur und Zukunft der Hauptschulstandorte Gedanken zu machen: Die Anmeldezahlen an beiden Schulen seien seit Jahren rückläufig, selbst aus den Realschulen kämen kaum noch Quereinsteiger. Schon jetzt zeichne sich ab, dass beide Schulen künftig nur jeweils eine Klasse bilden könnten. An einzügigen weiterführenden Schulen mit entsprechender Lehrerreduzierung sei aber nur schwer ein differenzierter Unterricht aufrechtzuerhalten. Ein weiterer Grund für das jetzt geführte Gespräch sei der überraschende Wechsel der Rektorin der Käthe-Kollwitz-Schule an eine andere Schule.
In dem Gespräch mit den Schulleitern habe es viele Fragen gegeben, die jetzt von der Landesschulbehörde beantwortet werden müssten, so Hecke. Erst dann werde weiter über Schließung, Zusammenlegung oder auch ganz andere Möglichkeiten gesprochen.

Außenstelle nur als Übergang

Die Rektorin der Heinrich-Heine-Schule, Silvia Stockburger-Brunnert, will ihren Schulstandort „natürlich erhalten, aber auf keinen Fall in eine Übernahmefeindschaft“ zu den Geismarern treten. Grundsätzlich könne sie sich eine Zusammenlegung vorstellen, wenn gute Rahmenbedingungen für alle Schüler und Lehrer geschaffen werden. Eine Außenstellenlösung auf Dauer und bei einer so großen Entfernung sei für alle aber sehr belastend – auch organisatorisch.

Von Ulrich Schubert

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