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Göttingen Empfang zu 125 Jahre Göttinger Tageblatt
Die Region Göttingen Empfang zu 125 Jahre Göttinger Tageblatt
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12:43 20.09.2014
Von Ulrich Schubert
125 Jahre Göttinger Tageblatt: Festakt mit Grußworten, Musik und abschließender Party. Quelle: Heller
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Göttingen

Mit einem unterhaltsamen Festakt, mit Rückblicken aber auch neuen Informationen von den Gratulanten und Gastrednern – darunter der ehemalige stellvertretende ZDF-Chefredakteur und SWR-Intendant Peter Voß und Niedersachsens Ministerpräsident Stefan  Weil (SPD). Mit der Feier gut 125 Jahre nach der ersten Ausgabe des Göttinger Tageblattes am 6. August 1889 geht auch ein GT-Jubiläumsjahr mit vielen rückblickenden Geschichten und Fotos zu Ende. Und mit einer 156 Seiten umfassenden Sonderbeilage, die am Freitag herausgegeben und verteilt wurde.

Viele Glückwünsche, Anekdoten, aber auch mahnende Worte. Musik, gutes Essen, Smalltalk und drumherum der Geist der Wissenschaft und Lehre, die sich ebenfalls der Wahrheit verpflichtet sieht. Stilvoller und passender kann der Geburtstag einer Zeitung kaum gefeiert werden. Einer Zeitung, die „nicht weg zu denken ist“ aus ihrer Stadt und aus dem Land Niedersachsen, würdigte Ministerpräsident Stefan Weil in seinem Grußwort die Rolle des Göttinger Tageblattes. Ein Land, das wie kaum ein anderes in Deutschland durch seine Vielfalt und Regionalität geprägt werde – auch durch seine vielfältige Medien- und Zeitungslandschaft.

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Die Vielfalt der Stadt und Region Göttingen ließ sich auch in der Gästeliste für den Empfang zum Tageblatt-Geburtstag ablesen: Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft waren ebenso vertreten, wie aus den Bereichen Kultur, Kirche, Politik und Medien. Alles Zeitungsleser und Mediennutzer, die zurzeit „eine mediale Revolution“ erleben“, so der Gastredner und TV-Nachrichten-Mann Peter Voß mit Blick auf die immer „schneller und komplexer werdende Netzwelt“. Eine Informationswelt, in der es selbst erfahrenen Journalisten zunehmend schwer falle, die Geschehnisse zu analysieren, zu bewerten und einzuordnen. Eine moderne Welt, die Gefahren und Chancen berge, in der es darum um so wichtiger sei, Qualitätsjournalismus zu bewahren – in der gedruckten Nachricht wie in der getwitterten.

Fotos vom Festakt zum 125 jährigen Bestehen des Göttinger Tageblatts.

Wie eine gute Zeitung gemacht wird, hat Voß nach dem Studium in Göttingen vom Grunde auf gelernt: 1968 bis 1971 als Volontär beim Göttinger Tageblatt. Lehrjahre in denen er die Gründer-Familie Wurm als „echten Familien-Clan“ und die lokale Berichterstattung als die spannendste Form des Journalismus erlebt habe. Inklusive der damals heftigen Reaktionen auf eine Reportage über Göttingens erstes Bordell am Güterbahnhof.

Eine Geschichte, die die Gäste ebenso begeisterte, wie der Göttingen-Song der Band Flooot und die musikalische Zeitreise durch 125 Jahre Tageblatt mit dem Trio „The Three Sisters“. Eine Geschichte, die die Gäste aber auch amüsierte, wie der dezent-kritische Hinweis der Hausherrin und Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel, dass die nahezu täglichen Berichte aus der Göttinger Forschung und Wissenschaft ihren Platz immer mit den Wetterprognosen teilen müssen.
Tageblatt-Geschäftsführer und Chefredakteur Uwe Graells versprach, das zu ändern. Und er präsentierte den Gästen eine weitere Überraschung: In absehbarer Zeit werde es zusätzlich zur Redaktion im Verlagshaus an der Autobahn auch ein City-Büro der Redaktion in der Innenstadt geben.

Vielleicht dort, wo Gustav Wurm vor 125 Jahren „mit großem Pioniergeist“ den Grundstein für das Göttinger Tageblatt legte, erinnerte Thomas Düffert als Vorsitzender der Madsack-Geschäftsführung in Hannover an die Anfänge dieser Zeitung in Göttingen. Eine Zeitung, die „für Wahrheit und Verlässlichkeit steht, der man vertraut und die bis heute eine Leuchtturmfunktion für Göttingen und die Region habe. Und er sei sicher, dass das Tageblatt auch in 25 Jahren noch zur Mediengruppe Madsack gehören und den 150. Geburtstag feiern wird.