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Göttingen Endo spielt in „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ mit
Die Region Göttingen Endo spielt in „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ mit
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11:01 28.03.2018
Der Göttinger Butoh-Tänzer und Regisseur Tadashi Endo (3. v. l.) spielt im Kinofilm "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (Kinostart am 29.3.) einen chinesischen Gelehrten.
Der Göttinger Butoh-Tänzer und Regisseur Tadashi Endo (3. v. l.) spielt im Kinofilm "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (Kinostart am 29.3.) einen chinesischen Gelehrten. Quelle: Christoph Mischke
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Göttingen,

Der Fantasyfilm „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Regisseur Dennis Gansel startet am Donnerstag bundesweit in den Kinos. Der Göttinger Tadashi Endo hat in der 25 Millionen Euro teuren Filmproduktion mitgespielt.

Im Sommer 2016 habe er die erste Anfrage von der Castingagentur erhalten, sagt Endo. „Wahrscheinlich bin ich aus der Zeit, als ich in der Fernseh-Actionserie „Der Clown“ mitgespielt habe, noch in einer Datei“, lacht der Butoh-Tänzer, der auch 2008 in Doris Dörries Filmdrama „Kirschblüten – Hanami“ mitgewirkt hat. Zuerst sei es um die Rolle des Kaisers von Mandala gegangen. Endo bekam Textblätter zugeschickt, die er vor der Videokamera in zwei Sprachen und in mehreren Versionen eingesprochen hat. „Gedreht wurde nämlich dreisprachig: Deutsch, Englisch und Spanisch. Bekommen hat der Siebzigjährige dann eine etwas kleinere Rolle als einer von vier chinesischen Gelehrten.

Gigantisches Filmset

Gedreht wurden die Szenen, an denen Endo beteiligt war, in den Filmstudios in Babelsberg. Weitere Teile des Films, so Endo, seien in den Bavaria-Filmstudios in München sowie in der Nähe von Kapstadt in Südafrika gedreht worden. Vier oder fünf Mal bin ich in den Studios gewesen, erinnert sich der Japaner. Je nach Drehplan für einen oder auch mehrere Tage. Noch heute, Monate nach den Dreharbeiten, ist Endo sichtlich beeindruckt vom Umfang der Produktion. „Das war schon ein gigantisches Filmset, was die dort aufgebaut haben und fast alles echt“, sagt er. Hinter den detailgetreuen Kulissen seien noch riesige Greenscreens installiert gewesen, damit die unterschiedlichen Hintergründe später am Computer modelliert werden konnten.

Fast 6000 Komparsen

„Vor der Kamera hatte ich vielleicht 30 Leute um mich herum“, berichtet Endo, „aber zum Mittagessen standen dann über 200 Menschen in der Schlange. Keine Ahnung, wo die alle gearbeitet haben.“ Insgesamt seien bei der Produktion an unterschiedlichen Schauplätzen über 2000 Mitarbeiter und fast 6000 Komparsen beteiligt gewesen, habe Regisseur Gansel auf der Weltpremiere am 18 März im Berliner Sony-Center gesagt. „Wenn ich in Großaufnahme zu sehen war, musste ich immer ganz genau stehen“, erinnert er sich, denn ich wurde gleichzeitig von drei Kameras gefilmt: von vorne, von der Seite und von oben.“ Dagegen sei „Kirschblüten – Hanami“ mit einer Kamera und kleinem Stab total familiär und gemütlich gewesen.

Japaner wird zum Chinesen

Nein, stressig seien die Dreharbeiten überhaupt nicht gewesen, sagt Endo, nur die Zeit des Wartens in der Maske. Rund eineinhalb Stunden hätten die Stylisten benötigt, um aus einem Japaner einen chinesischen Gelehrten zu machen. Der Darsteller bekam neben seinem Kostüm eine Perücke mit einem langen Zopf, Aufsteckzähne und ihm wurde ein langer, spitzer Bart angeklebt. Seine markante Brille wurde gegen ein alt wirkendes, rundes Gestell ausgetauscht. „Da war aber nur normales Glas drin und weil ich keine Kontaktlinsen mag, habe ich die Dreharbeiten nur verschwommen gesehen“ sagt Endo lachend. Von den Hauptdarstellern hat er in den Pausen nur Henning Baum, der den Lukas spielt, getroffen. „Der ist ganz nett, sagt Endo, „wir haben über seine früheren Rollen gesprochen und ich habe ihm vom Butoh-Tanz erzählt.“

Der Enkel war begeistert

„Dieser Film hat mir so richtig Freude gemacht“, berichtet Endo, „weil Michael Ende das Buch geschrieben hat und sicher fast alle großen und kleinen Deutschen die Geschichte kennen, auch von der Augsburger Puppenkiste“. Sein fünfjähriger Enkel, der „Jim Knopf“ auf der Premiere in München gesehen hat, sei jedenfalls von dem Film und natürlich seinem Opa völlig begeistert gewesen. Endo empfiehlt den Film für die ganze Familie, kann allerdings der Freigabe ohne Altersbeschränkung nicht ganz zustimmen. „Mit Kindern unter fünf Jahren würde ich ihn nicht anschauen“, rät Endo“, denn manche Szenen sind wirklich sehr turbulent und laut“.

In Göttingen läuft "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" ab Donnerstag im Cinemaxx.

Von Christoph Mischke