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Göttingen Gewalttat in Grone: „Hätte nie gedacht, dass hier so etwas Schreckliches passiert“
Die Region Göttingen Gewalttat in Grone: „Hätte nie gedacht, dass hier so etwas Schreckliches passiert“
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00:18 28.09.2019
Die Menschen haben am Tatort Kerzen entzündet und Blumen niedergelegt im Gedenken an die Opfer. Quelle: Swen Pförtner/dpa
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Göttingen/Grone

Grone am Freitagmorgen. Der Himmel ist wolkenverhangen, es regnet. Nur wenige Menschen sind auf der Straße, aber was sich am Donnerstagmittag an der Straße Zollstock abgespielt hat, das ist dennoch allgegenwärtig.

Am Tatort haben Anwohner Kerzen aufgestellt und Blumen niedergelegt im Gedenken an die Opfer der Bluttat. Einige Menschen bleiben stehen, halten kurz inne. Ein Mann, der mit seinem Hund spazieren geht, schüttelt immer wieder den Kopf, so als könnte er das alles nicht begreifen.

Am Donnerstag ist eine 44-Jährige Frau am frühen Nachmittag in Grone auf offener Straße tödlich verletzt worden. Eine weitere Frau wurde schwer verletzt. tatverdächtig ist ein 52-jähriger Mann. Nach ihm wird gefahndet.

Bekannte des Opfers geschockt

„Ich habe das gestern erst mitbekommen, als ich die Absperrung gesehen habe“, sagt er. Seinen Namen möchte er nicht nennen, aber erzählen, das will er schon. Denn er kenne die Frau, die dort am Donnerstag getötet wurde, sagt er. „Meine Frau war ihre Tagesmutter, als sie noch ein Kind war. Unser Sohn ist quasi mit ihr aufgewachsen.“ Sie seien oft zusammen ins Schwimmbad gegangen. „Das ist so schlimm“, sagt der Mann.

Auch jetzt hätten sie noch einen guten Kontakt zu ihr gehabt. Die Frau habe in der naheliegenden Apotheke gearbeitet. Auch ihre Mutter würden sie gut kennen. „Wir können es noch gar nicht fassen“, sagt der Mann. Er hoffe, dass zumindest die Frau, die bei dem Gewaltverbrechen schwer verletzt wurde, durchkomme.

Im benachbarten Mix-Markt, einem Lebensmittelgeschäft, reden die Kunden ebenfalls über die Tat. „So etwas Schreckliches“, sagt Milos Stipe, der in der Nachbarschaft wohnt. „Mein Sohn hat mich eben angerufen und mir erzählt, dass sie den Täter immer noch suchen. Hoffentlich kriegen sie ihn.“

„Die Leute hatten Angst“

Auch der Leiter des Marktes, Aleksander Pauls, ist schockiert von der Tat. Er sei am Donnerstag zwar zur Tatzeit nicht im Markt gewesen, seine Mitarbeiter hätten ihn aber umgehend informiert. Am Nachmittag habe das Telefon dann nicht mehr still gestanden im Geschäft. „Die Leute hatten Angst, viele haben gedacht, das wäre bei uns passiert und wollten wissen, ob der Markt sicher ist“, erzählt Pauls. „Ich hätte nie gedacht, dass hier mal so etwas Schreckliches passieren könnte“, sagt der Marktleiter. „Wir sind seit zwölf Jahren hier, und es war immer friedlich.“

Fast nebenan ist die Hausarztpraxis Wolfgang Keske beheimatet. Keske berichtet, dass seine Kollegin Karin Langbein und er durch eine Passantin auf die Tat aufmerksam gemacht worden seien. Sie seien beide dann umgehend zum Zollstock geeilt und hätten bei der Frau, die bei der Bluttat lebensbedrohlich verletzt worden war, erste Hilfe geleistet.

Das Nachbarschaftsfest in Grone beginnt am Freitag trotz der Geschehnisse wie geplant um 14 Uhr am Nachbarschaftszentrum, Deisterstraße 10. Die Veranstalter um Sabine Koch, Leiterin des Mehrgenerationenhauses Nachbarschaftszentrum Grone, rechnen mit weniger Besuchern als erwartet.

Gewaltverbrechen im Zollstock (Grone): Spurensicherung kurz nach der tat.. Quelle: Niklas Richter

„Wir bekommen viele Anrufe von Anwohnern und den teilnehmenden Initiativen und Vereinen“, so Koch. Zum einen wegen der laufenden Fahndung, zum anderen aufgrund des regnerischen Wetters. „Die einzelnen Programmpunkte werden etwas kürzer ausfallen, aber wir hoffen trotzdem auf ein schönes Fest zusammen mit der Nachbarschaft.“ Koch stehe im Kontakt mit der Polizei, eventuell könne ein Kontaktbeamter den Nachmittag über vor Ort sein.

Von Andreas Fuhrmann und Lea Lang

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