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Göttingen Erhitzte Debatte über Holzheizung auf Festplatz
Die Region Göttingen Erhitzte Debatte über Holzheizung auf Festplatz
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18:52 23.07.2009
Holzhack-Debatte auf dem Dransfelder Festplatz: Ob dort eine Holzheizung gebaut werden soll, ist noch umstritten.
Holzhack-Debatte auf dem Dransfelder Festplatz: Ob dort eine Holzheizung gebaut werden soll, ist noch umstritten. Quelle: Mischke
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Bedenken gegen das Projekt sind bei Anliegern nach wie vor groß. Anders als bei der ersten Debatte im Stadtratsausschuss gab es am Mittwochabend immerhin handfeste Informationen und Personen, die sich für das Vorhaben stark machten. Das Interesse war groß. Rund 60 Dransfelder versammelten sich auf dem Festplatz. „Wir sind nicht hier, um abzustimmen, sondern uns eine Meinung zu bilden“, versuchte Bürgermeister Rolf Tobien (SPD) Emotionen zu dämpfen und die Diskussion sachlich zu halten.

Eine moderne Holzheizung mit 600 Kilowatt Wärmeleistung soll in einer Ecke des Festplatzes errichtet werden, dazu ein Lager für Holzhackschnitzel. Eine Lkw-Ladung mit 40 Kubikmetern, rund zehn Tonnen, reichen Anlagenlieferant Hans-Jürgen Helbig aus Nörten-Hardenberg zufolge für eine Woche Betrieb aus. Für Spitzenlast an kalten Wintertagen und als Ersatzanlage bei Störungen soll ein Gaskessel dienen.

Aus Sicht des potenziellen Investors, Lars Grünewald, ist der Festplatz als Standort ideal. Ein Nahwärmenetz könne unter anderem Stadthalle, Schulen, Kindergarten, Campingplatz und Freibad mit Wärme versorgen. Trotz derzeit niedriger Öl- und Gaspreise könne er Wärme zehn Prozent günstiger anbieten. Falls das Vorhaben realisiert werden kann, wollen Stadt und Samtgemeinde mitmachen. Auch für den Landkreis mit der Haupt- und Realschule rechne sich das, so Schuldezernent Franz Wucherpfennig gestern. Es gibt offenbar sogar Überlegungen, eine Betriebsgesellschaft mit Stadtbeteiligung zu gründen, in der die Stadt das Grundstück einbringt. 200 Quadratmeter reichten, so Grünewald.

Entsprechende Holzheizungen gebe es direkt neben Hotels und in Schulen, warb Lieferant Helbig für das Projekt. Die Geräuschkulisse sei niedriger als bei einer Ölheizung. Durch moderne Steuerung und Filter liege der Reststaubgehalt im Abgas unter 100 Milligramm je Kubikmeter, bei alten Ölheizungen oder gar bei Kaminheizungen gehe es um 3000 Milligramm. Helbig versprach, Gutachten zu liefern.

Nicht alle Debatten-Besucher äußerten Bedenken wegen Lärm, Emissionen und sinkender Lebensqualität. „Irgendwann ist Dransfeld tot, wenn man sich gegen alles sträubt“, grummelte einer. Noch sei nichts entschieden, versicherte Tobien. Anfang August geht es im Samtgemeinderat allerdings schon um eine Flächennutzungsplanänderung.

Von Gerald Kräft

23.07.2009
23.07.2009