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Göttingen Vorwurf des Kindesmissbrauchs: Göttinger Eric J. in Italien festgenommen
Die Region Göttingen Vorwurf des Kindesmissbrauchs: Göttinger Eric J. in Italien festgenommen
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16:21 20.12.2019
Die Polizei hat den Göttinger Eric J. in Italien festgenommen. Quelle: dpa
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Göttingen

Eric J. soll sich im Zeitraum zwischen 2011 und 2016 an zwei Kindern mehrfach sexuell vergangen haben. Das werfen Staatsanwaltschaft und Polizei dem jetzt Verhafteten vor. Seit Sommer des vergangenen Jahres war er auf der Flucht. Die Vermutung der Polizei, er sei mit dem Fahrrad in Richtung Süden unterwegs, bestätigte sich jetzt. Beamte der italienischen Polizei überprüften den mit europäischem Haftbefehl gesuchten 58-Jährigen auf einem Campingplatz in der Provinz Livorno an der Westküste der Toskana.

Gegenüber den Beamten gab J. an, mit dem Rad durch Europa zu reisen und zuvor in Spanien und Frankreich unterwegs gewesen zu sein. Letztmalig sicher gesehen wurde der Göttinger im November 2018 im Grenzgebiet zur Schweiz. Danach habe sich seine Spur nach Angaben der Ermittler zunächst verloren. Da die Fahndung lange erfolglos blieb, schrieb die Göttinger Polizei den Mann zuletzt zur öffentlichen Fahndung aus. In derartigen Fällen aus Gründen des Opferschutzes ein eher ungewöhnlicher Schritt.

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Kinder aus dem Familienumfeld

Laut Staatsanwaltschaft sollen die betroffenen Kinder aus dem engsten Familienumfeld des mutmaßlichen Täters stammen. Sie waren zum Beginn der Übergriffe fünf und acht Jahre alt. „Es sind nicht seine Kinder und auch nicht seine Enkelkinder“, so Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue im August 2018 gegenüber dem Tageblatt. Im Mai 2018 hatte eine Rechtsanwältin im Auftrag der Kinder Strafanzeige erstattet.

Eric J. hatte die Taten in einer Vernehmung kurz nach der Anzeige im Mai 2018 teilweise gestanden und war dann zur Überraschung der Ermittler abgetaucht. Diese sahen sich Zwischenzeitlich dem Vorwurf der Untätigkeit ausgesetzt. Den haben sie jetzt klar widerlegt.

Der Festgenommene werde nach Auskunft der Göttinger Polizei nun zeitnah nach Deutschland überstellt und an die zuständigen Ermittlungsbehörden übergeben. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Von Markus Scharf und Christoph Oppermann