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Göttingen Weißt du, ich gehe auch bald auf eine Wolke
Die Region Göttingen Weißt du, ich gehe auch bald auf eine Wolke
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18:47 30.06.2017
Von Katrin Westphal
Erika Söder Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

„Herzensangelegenheit ist für mich, die Familien so zu begleiten, dass sie gut durch diese schwere Zeit kommen“, sagt die 61-Jährige. In den meisten Fällen gehe die Krebserkrankung der Kinder gut aus, doch es gebe eben auch andere Fälle. Beim Thema Tod und Sterben habe sie vor nichts Angst, das würden die Eltern spüren.

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Kraft geben, sprechen, trösten, aber auch lachen – das mache ihre Arbeit aus, erklärt Söder. Dazu habe sie keinen festen Fahrplan, sondern orientiere sich individuell an den Bedürfnissen der Familien.

Sie unterstützt nicht nur bei Problemen, mit denen die betroffenen Familien durch die Erkrankung des Kindes plötzlich konfrontiert sind, sondern hilft auch bei sozialrechtlichen Angeboten, macht Hausbesuche und begleitet, wenn es denn erforderlich ist, auch die letzte Lebensphase der Kinder. Immer individuell, immer anders: „Die Familie muss ihren Weg gehen. Ich kann nur nebenher gehen und begleiten“, sagt Söder.

Besonders stolz ist sie auf die Wochenenden für verwaiste Familien, die sie initiiert hat und einmal im Jahr organisiert. Auch die Zeitung „Lichtblick“ hat Söder ins Leben gerufen. Kraft geben ihr die täglichen morgendlichen Schwimmbadbesuche, bei denen sie abschaltet und Ruhe findet.

Vor allem Kraft habe sie schon immer für ihre Arbeit benötigt. Wenn sie beispielsweise mit dem kleinen Nils gesprochen hat, der wusste, dass er den Krebs nicht besiegen wird. Der sagte, so erinnert sich Söder: „Weißt du, ich gehe auch bald auf eine Wolke. Aber ich habe keine Angst, denn ich kenne ein paar Kinder, die schon im Himmel sind.“ Dann habe er sie mit großen Augen angeschaut und gesagt: „Und wenn du mal stirbst, Frau Söder, kennst du bestimmt den halben Kinderhimmel.“

Mehr informationen zum Elternhaus für das krebskranke Kind