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Göttingen Erneute Diskussion ums Radfahren in Göttingen
Die Region Göttingen Erneute Diskussion ums Radfahren in Göttingen
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00:19 19.11.2017
Fahrradstadt Göttingen, hier ein Blick auf den Campus der Universität. Mehr als ein Viertel der Wege legen Göttinger mit dem Fahrrad zurück. Quelle: Hinzmann
Göttingen

Fahrradfahren ist in der Stadt Göttingen beliebt. Mehr als ein Viertel der Wege der Göttinger Bevölkerung wird mit dem Fahrrad zurückgelegt. Nicht umsonst rangiert die Universitätsstadt Fahrradklimatest 2016 des Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) bundesweit unter den Spitzenreitern der Städte bis 200000 Einwohner. Dabei wurden bundesweit rund 120000 Radfahrer befragt, unter anderem zu den Themen Sicherheit und Rad-Infrastruktur in ihrer Stadt. Das wahrgenommene Fahrradklima in deutschen Städte und Gemeinden verschlechterte sich allerdings seit der Umfrage von 2014 insgesamt leicht. Genervt sind Radfahrer vor allem von Baustellen oder Falschparkern auf Radwegen, ungeeigneten Ampelschaltungen und zu schmalen Radwegen. Mehr als 60 Prozent fühlen sich beim Radfahren nicht sicher.

Auch in Göttingen sollte und könnte für Radfahrer mehr getan werden. Trotz Radwege mit Hochbord, Radwege auf der Straße oder E-Radschnellweg: Der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr soll laut Politik und Verwaltung möglichst weiter steigen. Deshalb wurde der Radverkehrsentwicklungsplan (RVEP) entwickelt, um den Radverkehr in den nächsten zehn bis 15 Jahren strategisch zu fördern und zu entwickeln. 400 Maßnahmenvorschläge sind darin zusammengefasst. Doch die Umsetzung geht vielen Ratsmitgliedern insbesondere der SPD und der Piraten nicht schell genug. Der Investitionsplan sei zu bruchstückhaft und es mangele an Personal, um diesen konkret und schnell umzusetzen, diese Kritik wurde zuletzt im Finanzausschuss laut.

Mit Umsetzungshorizont bis zum Jahr 2025 soll das Radverkehrsnetz durchgängig in guter Qualität für den Radverkehr nutzbar sein, auch wenn dies bei begrenztem Platzangebot mit Änderungen beim Parken von Pkw verbunden sein wird, heißt es im Entwurf des Radverkehrsentwicklungsplan vom August 2017. Die Stadt Göttingen habe die Chance, durch Zusammenarbeit vieler Akteure und mutige Maßnahmen ihre Vorbildfunktion beim Radverkehr auszubauen und damit die Attraktivität und Lebensqualität in der eigenen Stadt zu verbessern, heißt es weiter. Doch für die finanzielle Umsetzung gibt es kein separates Budget, das bestätigt Maik Lindemann Fachbereichsleiter der Stadt Göttingen für Planung, Bauordnung und Vermessung. „Wir haben in der Vergangenheit trotzdem viele Radwege gebaut und dafür auch Fördermittel vom Bund bekommen“, betont Lindemann. Auch stünde für die Umsetzung mittlerweile mehr Personal zur Verfügung. „Wir sind gut aufgestellt“, versichert Lindemann.

Der Entwurf des Nachtragshaushalt enthält laut Auskunft der Stadtverwaltung Baukosten in Höhe von 300000 Euro für den Radweg „Gartetal“ sowie Planungskosten für dieses Projekt (65000 Euro) und weitere Planungsmittel für Stadt-Umland-Verbindungen in Höhe von 150000 Euro. Im regulären, bereits beschlossenen Haushalt 2018 stehen an Baukosten für Radwege rund zwei Millionen Euro zur Verfügung, unter anderem für die Radschnellwegverbindung nach und von Rosdorf. Die regulären Planungsmittel für das kommenden Jahr belaufen sich auf 200000 Euro. „Wenn der Rat dem Nachtrag nach unserem Entwurf zustimmt, stehen für das kommenden Jahr folglich Planungs- und Baumittel in Höhe von 2,7 Millionen Euro für Radwege zur Verfügung“, erläutert der Sprecher der Stadt Göttingen, Detlef Johannson.

„Wir machen derzeit viel für Radfahrer“, betont Lindemann. Den Piraten geht das allerdings nicht schnell genug. Ihnen schwebt vor, pro Jahr deutlich mehr in die Göttinger Radinfrastruktur zu investieren. „Dies ist eine Frage der planerischen Möglichkeiten und der Abwägung wie viel Platz welcher Verkehrsträger erhält“, so Lindemann. „Sie können noch weitere Millionen Euro in den Investitionsplan einschreiben, wenn das nicht korrespondiert mit der Personalausstattung in der Verwaltung, wird es mit der Umsetzung nicht schneller gehen“, ergänzt Göttingens Stadtkämmerer Hans-Peter Suermann.

Von Bernard Marks

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