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Göttingen Erste Oberschule in der Region mit 81 Kindern
Die Region Göttingen Erste Oberschule in der Region mit 81 Kindern
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17:34 21.08.2011
Von Ulrich Schubert
Bonbons, Sonnenblumen und der neue Stundenplan: erste Stunde der Oberschul-Klasse 5R1 in ihrem Klassenraum.
Bonbons, Sonnenblumen und der neue Stundenplan: erste Stunde der Oberschul-Klasse 5R1 in ihrem Klassenraum. Quelle: Hinzmann
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Groß Schneen

Die neue Oberschule in Groß Schneen gehört zu den ersten 132 Einrichtungen dieser neuen Schulform in Niedersachsen. Das Land gibt damit Haupt- und Realschulen die Möglichkeit, sich als Oberschule zu stabilisieren – und stattet sie mit zusätzlichen Lehrerstunden und Sozialpädagogen aus. Die CFG gehört außerdem zu den ersten 19 Oberschulen landesweit, die neben Haupt- und Realschulklassen auch einem gymnasialen Zweig fahren. Die Schüler können dann nach der zehnten Klasse in eine gymnasiale Oberstufe an einer anderen Schule wechseln. Mit 20 Hauptschülern, 41 Realschülern und 20 Gymnasiasten haben sich in der ersten Runde mehr Schüler angemeldet als viele erwartet hatten.

Hier und da eine kleine Zuckertüte, Show-Programm und Reden auf der Bühne, erwartungsvolle Blicke bei Kindern und Eltern: Der erste Schultag für die Fünftklässler erinnert ein wenig an die Einschulung der Abc-Schützen. „Ja, ich bin aufgeregt“, gibt Moritz Lampe aus der neuen Klasse 5R1 zu. Aber der Bremker freut sich „auf alles“ und dass er überhaupt in Groß Schneen statt in Göttingen zur Schule gehen kann. Dort hatten ihn seine Eltern zunächst an der IGS angemeldet, aber eine Absage erhalten. Die bisherige Alternative wäre die Göttinger Voigt-Realschule gewesen. Erst mit der neuen Oberschule können Gleichener auch an die CFG kommen. Die kannte Moritz Mutter Cornelia Lampe bisher kaum. Nach ihren ersten Einblicken hat sie jetzt „ein sehr gutes Gefühl“. Für Jörg Waase hingegen war sofort klar, dass sein Sohn Nils an die CFG geht. Die Familie wohnt im Ort und hat bereits zwei Kinder an der Schule. „Wir waren bisher sehr zufrieden“, sagt der Vater. Und die neue Oberschule biete den Kinder noch mehr Chancen. Realschüler Nils freut sich vor allem auf seine „neue Klasse und neue Freunde“. „Ein bisschen aufgeregt“, ist er aber auch.

„Ein jeder kann kommen, für jeden machen wir die Türen auf ... für alle Starken und für alle Schwachen“, singen ältere Schüler zur Begrüßung. Damit deuten sie ein wesentliches Element der Oberschule an: Sie wird als eine Art kooperative Gesamtschule beschrieben – von manchen lobend, von anderen auch kritisch als Pseudo-Gesamtschule. An ihr werden Haupt- und Realschüler sowie Gymnasiasten unter einem Dach, aber überwiegend in getrennten Klassen unterrichten. Diese Form ermögliche einen leichteren Übergang in eine höher gestufte Klasse, betonte Schulleiter Jens Haepe. Hinzu kämen viele AGs, Fördergruppen und ein Ganztagsangebot. Seit gut einem Jahr hätten sich die Lehrer auf die neue Schule vorbereitet – „es ist auch für uns ein neuer Abschnitt“, so Haepe. Noch früher hatte das Kollegium auch schon an einem Gesamtschulkonzept gestrickt. Bei einer Elternbefragung des Landkreises waren allerdings nicht genügend Zusagen zusammen gekommen, um die hohen Vorgaben des Landes zu erfüllen.

Schuldezernent Franz Wucherpfennig wertete die Einschulung als „einen guten Tag auch für den Kreis“. Obwohl Hauptschulen sehr engagierte und gute Arbeit leisteten, seien sie immer weniger gefragt. Zugleich hätten auch die noch jungen Gesamtschulen in Bovenden, Gieboldehausen und Duderstadt (katholisch) eine hohe Anmeldequote. Auf diesen Wandel bei den Eltern müsse sich der Kreistag weiter einstellen.