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Göttingen Erstochen und erwürgt: Doppelmord ist aufgeklärt
Die Region Göttingen Erstochen und erwürgt: Doppelmord ist aufgeklärt
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11:04 24.11.2010
Der Tatverdächtige wird aus dem dem Amtsgericht Northeim geführt. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.
Der Tatverdächtige wird aus dem dem Amtsgericht Northeim geführt. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen. Quelle: dpa
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Gegen den 26-jährigen Tatverdächtigen wurde am Dienstagabend, 23. November, Haftbefehl erlassen. Die Leichen der Ermordeten waren am Sonntag in einem Waldstück in Bodenfelde in Südniedersachsen gefunden worden. Die 14-Jährige war Anfang voriger Woche von zu Hause weggelaufen und galt seitdem als vermisst. Sie wurde nach Angaben Rustebergs wahrscheinlich am Montagabend vergangener Woche getötet und Tobias am Samstagabend. Beide wurden durch "Erwürgen und Erstechen" umgebracht, wie Andreas Borchert vom Kriminaldienst Northeim/Osterode sagte. Es gebe offenbar keine Bezüge zum Fall des verschwundenen elfjährigen Mirco aus Grefrath in Nordrhein-Westfalen, erklärte er. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde die 14-Jährige Nina bereits Anfang vergangener Woche umgebracht. Die Zeugen, die Nina in der vergangenen Woche in Bodenfelde gesehen haben wollten, seien zunehmend unsicher geworden, berichtete Kriminaldirektor Andreas Borchert. Daher seien auch den Ermittlern früh Zweifel gekommen, dass Nina in der vergangenen Woche noch gelebt haben könnte. "Jetzt muss alles raus, was da ist an Kräften", sei nach dem Gespräch des Täters mit einem Mädchen am Bahnhof entschieden worden, sagte Hartmut Reinecke, Leiter der Mordkommission. Bei einer Internetrecherche eines Kollegen seien Hinweise auf den Täter gefunden worden. "Dies war entscheidend für die Ermittlungen."

Der 26-jährige Tatverdächtige habe am Sonnabendabend, 20. November, ein weiteres Mädchen auf einem Parkplatz bei Bodenfelde angesprochen, berichtete der Leiter der Mordkommission, Hartmut Reinecke. Das Mädchen habe die Polizei verständigt. Durch weitere Recherchen seien die Ermittler auf den 26-Jährigen gestoßen. Das Entkleiden der Opfer könnte dadurch begründet sein, dass der Täter sein Opfer näher betrachten wollte, sagte Kriminaldirektor Andreas Borchert. Hartmut Reinicke, der Leiter der Mordkommission, sagte: "Wir sind uns absolut sicher, dass wir die richtige Person haben." "Jetzt muss alles raus, was da ist an Kräften", sei nach dem Gespräch des Täters mit einem Mädchen am Bahnhof entschieden worden, sagte Hartmut Reinecke, Leiter der Mordkommission. Bei einer Internetrecherche eines Kollegen seien Hinweise auf den Täter gefunden worden. "Dies war entscheidend für die Ermittlungen." "Wir wollten ein weiteres Delikt unbedingt verhindern", sagte Reinecke. Der Verdächtige sei in Bodenfelde im Zug nach Uslar festgenommen worden. An der linken Hand habe Jan O. einen Verband und auch Verletzungen an der rechten Hand gehabt. Die Verletzungen konnten nicht von einem Sturz kommen, habe ein Rechtsmediziner geklärt. "Der Beschuldigte Jan O. hat bei der Polizei keine weiteren Angaben gemacht."

Es gebe keine Erkenntnisse, dass es eine Beziehung zwischen dem Täter und Nina oder Tobias gab. Bei Nina wurde allerdings die Telefonnummer von Jan O. gefunden.

Der Verteidiger habe angekündigt, Jan O. wolle ein Geständnis ablegen, sagte Oberstaatsanwalt Hans Hugo Heimgärtner. Der 26-Jährige sei 2007 in Uelzen wegen Diebstahls zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, wegen seiner Drogenabhängigkeit sei die Unterbringung in einer Erziehungsanstalt angeordnet worden. Es liefen derzeit zudem noch Verfahren wegen Brandstiftung.

"Er wohnt im Bereich Bodenfelde", sagte Polizeidirektor Hans Walter Rusteberg zum Wohnort des mutmaßlichen Täters.

dapd/dpa

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