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Göttingen Es gibt wieder Grippeimpfstoff in Göttingen
Die Region Göttingen Es gibt wieder Grippeimpfstoff in Göttingen
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14:34 28.12.2018
Es gibt wieder Grippeimpfstoff – auch für die Vierfach-Impfung (hier mit Dr. Peter Essmann zum Impfauftakt in Hannover). Quelle: HAZ
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Göttingen

Es gibt wieder Impfstoff gegen Grippe – auch im Raum Göttingen. Die nachgelieferten Kontingente sind allerdings begrenzt. Vor drei Wochen herrschte Notstand, Nachschub schien fraglich.

„Ja, wir haben wieder Grippeimpfstoff – aus Brittanien“, bestätigte am Freitag Prof. Helmut Eiffert, Oberarzt am Institut für Medizinische Mikrobiologie an der Göttinger Universitätsmedizin (UMG). Es sei der gleiche Impfstoff, den die Klinik auch sonst verwendet. Auch die Hagenberg-Apotheke hat wieder einige Einheiten auf Lager – „über den Hersteller“, sagt Apotheker Rainer Reschke. Das gelte aber wohl nicht für alle Apotheken und Ärzte.

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Anfang Dezember sah es noch anders aus: Sowohl an der UMG als auch bei den niedergelassenen Ärzten und in den Apotheken war der Impfstoff gegen Influenza („echte“ Grippe) komplett ausgegangen. In Deutschland war keine Ampulle mehr zu bekommen, die Hersteller hatten ihre produzierten Einheiten komplett verkauft.

1,2 Millionen Einheiten werden benötigt

Drei Anbieter haben in Deutschland die Lizenz, Grippeimpfstoff herzustellen, hatte Dr. Mathias Grau, stellvertretender Vorsitzender des Landesapothekerverbandes Niedersachsen, zu dem Zeitpunkt erklärt. 1,2 Millionen Einheiten würden benötigt, das sei eigentlich sehr gut vorauszuberechnen. Warum weder die Krankenkassen noch die Hersteller im Vorfeld für ausreichende Vorräte gesorgt hatten, „ist nicht zu verstehen“, fügte Grau kritisch an.

Inzwischen habe sich die Lage entspannt, bestätigt jetzt auch der stellvertretende Landesverbandsvorsitzende der Apotheken in Niedersachsen. Reimportierte Impfstoffe aus dem europäischen Ausland seien nach Deutschland zurückgeholt worden und würden zurzeit verteilt. Sie kämen aus Schweden, Polen und England.

Bundesgesundheitsminister lockert Einfuhrbestimmungen

Möglich wurde das durch eine „Bekanntmachung“ des Bundesgesundheitsministers Ende November nach einem Engpass-Gipfel zum Grippe-Impfschutz, bestätigte das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. Danach können Apothekerkammern und Apotheken Grippeimpfstoff leichter als im Arzneimittelgesetz festgelegt aus dem EU-Ausland holen und ausgeben. Sie müssen zum Beispiel nicht zwingend einen deutschsprachigen Beipackzettel haben. Die Sonderregelungen gelten aber nur befristet.

Christoph Wolf, beratender Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung Göttingen, glaubt zwar nicht, dass die jetzt vorrätige Menge tatsächlich ausreichen wird, um alle Anfragen in den kommenden Wochen zu decken. „Das Gros derjenigen, die impfwillig und -bereit sind, dürfte allerdings durch sein“, fügte er an.

Die übliche und auch richtige Impfzeit sei Oktober und November, sagte Eiffert. Das führe Anfang Dezember immer wieder zu Lieferengpässen. Noch einmal eng werden könne es im Februar, wenn die Haupterkältungszeit beginne. Sollte es dann auch eine Grippewelle geben, „reagieren viele spontan und wollen sich doch noch vorsorglich impfen lassen“. Dann könne der Impfstoff wieder knapp werden.

Kein Grippefall in Göttingen

Zurzeit gebe es in Niedersachsen etwa 30 Grippefälle, so Eiffert – „das ist relativ wenig“. In Göttingen gebe es im Moment keinen einzigen gemeldeten Fall.

Der diskutierte Engpass betreffe allerdings nur die Vierfach-Impfung, die gegen vier Erreger schützt, betonte Grau. Im vergangenen Jahr sorgte ein Grippeerreger für viele Erkrankungen, gegen den der bis dahin übliche Dreifachschutz nicht half. Erst darauf sei der jetzt so begehrte Vierfachschutz auch für Kassenpatienten freigegeben worden. Ist der aufgebraucht, „ist Impfstoff mit dreifachem Schutz übrigens noch reichlich verfügbar“.

Das müssen Sie über Grippeimpfschutz wissen

Wer sollte sich impfen lassen? Wann ist die ideale Impfzeit? Zahlt die Krankenkasse die Grippeimpfung? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es hier.

Von Ulrich Schubert

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