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Göttingen „Es riecht ein bisschen wie Sauerkraut“
Die Region Göttingen „Es riecht ein bisschen wie Sauerkraut“
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21:30 11.07.2011
Riecht etwas streng: Die Kinder der Tagesstätte Obernjesa betrachten die Gülle aus einem der Gärbehälter.
Riecht etwas streng: Die Kinder der Tagesstätte Obernjesa betrachten die Gülle aus einem der Gärbehälter. Quelle: Hinzmann
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Obernjesa

Dass Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, sondern mit viel Arbeit hergestellt werden muss, haben zehn Kinder der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Obernjesa am Dienstag an der Biogasanlage im Ort gelernt.

„Um ganz viel Strom herzustellen, sagt man ganz viel Mais“, begreift Winona. Landwirt Hans-Walter Körber-Harriehausen erklärt: „Die grünen Türme funktionieren wie der Magen einer Kuh. Aus dem Futter entsteht ein Gas. Das verbrennen wir und erzeugen damit Strom“, macht der 65-Jährige klar. Als die Kinder das „Futter“ für die Biogasanlage sogar anfassen und daran schnuppern dürfen, weicht die anfängliche Abneigung gegenüber dem ungewohnten Hof-Geruch einem neugierigen Erstaunen. „Es riecht ein bisschen wie Sauerkraut“, stellen mehrere Kinder in Übereinstimmung mit dem Landwirt fest.

Richtig Spaß macht die Arbeit mit dem Stromzähler: Ein angeschlossener Föhn läuft in verschiedenen Stufen, und die Kinder sollen jeweils so schnell im Kreis laufen, wie das Rädchen des Stromzählers sich dreht. Der sechsjährige Luis versteht: „Je mehr der Föhn pustet, desto schneller müssen wir laufen.“ Wie viel Arbeit die Stromherstellung macht, zeigt auch das aufgebockte Fahrrad im Hof: Die Kinder müssen schnell trampeln, damit die Lampe leuchtet. Dass für einmal Föhnen zehn Kinder gleichzeitig trampeln müssten, hätten sie nicht gedacht.
Leuchtpol, eine gemeinnützige Gesellschaft, die Erzieher zu den Themen Umwelt und Energie weiterbildet, hat den Besuch organisiert. Aktionen vor Ort, zum Beispiel an der Biogasanlage Obernjesa oder im Waldpädagogikzentrum Göttingen/Ruz Reinhausen, sollen die Kindergartenkinder dafür sensibilisieren, dass Energie nicht selbstverständlich ist.

Von Marina Engler