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Göttingen Essstörungen: Jeder fünfte Jugendliche gefährdet
Die Region Göttingen Essstörungen: Jeder fünfte Jugendliche gefährdet
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20:13 07.03.2013
Von Jörn Barke
Essstörungen: Die Folgen können lebensgefährlich sein.
Essstörungen: Die Folgen können lebensgefährlich sein. Quelle: Wilde
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Göttingen

Jeder fünfte Jugendliche sei gefährdet, eine Essstörung zu entwickeln, heißt es in einer Mitteilung der Einrichtung. Dabei seien Mädchen im Alter von elf bis 17 Jahren doppelt so häufig betroffen wie Jungen. Viele Mädchen orientierten sich an einem Schönheitsbild, das die Mehrheit nicht erreichen könne. Infolgedessen gäben 24 Prozent der Jugendlichen bei einer Umfrage an, schon einmal eine Diät gemacht zu haben.

Der Übergang von auffälligem zu krankhaftem Essverhalten könne fließend verlaufen. Striktes Diät-Halten und die zwanghafte Beschäftigung mit dem eigenen Körper und dem Gewicht könnten Anzeichen für essgestörtes Verhalten sein, ebenso das Erbrechen nach dem Essen oder regelmäßige Essanfälle. Die körperlichen Folgeerkrankungen seien schwerwiegend bis lebensgefährlich. So werde Magersucht als die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterblichkeitsrate beschrieben.

Eine frühzeitige Behandlung trage maßgeblich zu guten Heilungschancen bei. Gerade fachspezifische Beratungsangebote seien dabei wichtig. In den Räumen der Therapeutischen Frauenberatung gebe es für betroffene Mädchen und Frauen einen Ort, an dem sie über ihre Sorgen und Ängste bezüglich ihres Essverhaltens sprechen könnten.

Hilfe auch für Angehörige

„Betroffene schämen sich häufig, wenn sie bemerken, dass sie ihr Essverhalten nicht mehr in der eigenen Hand haben. In vielen Fällen möchten sie ihre Umwelt nicht miteinbeziehen aus der Angst heraus, dass sich die Probleme dann noch vergrößern könnten oder sie nicht ernst genommen werden“ berichtet die Sozialpädagogin Anja Koop.

Das Beratungsangebot ist nach Angaben der Frauenberatung kostenlos und kann anonym in Anspruch genommen werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. In der Beratung können die Betroffenen sich zum Beispiel über fachspezifische Behandlungsmöglichkeiten informieren und nach Bedarf auch Begleitung bei den ersten Schritten auf dem Weg aus der Erkrankung erhalten.

Auch Angehörige und Bezugspersonen können das Angebot in Anspruch nehmen. Die gesamte Familie könne durch die Essstörung eines Familienmitgliedes stark belastet sein, so Koop. Gerade Eltern stünden der Erkrankung oftmals hilflos gegenüber.

Interessierte und Betroffene können sich in der Beratungsstelle melden, Telefon 05 51 / 4 56 15. Die offenen Sprechzeiten in der Groner Straße 32/33 finden dienstags von 17-19 Uhr und donnerstags von 11-13 Uhr statt. Angehörige und Familien sollten telefonisch einen Termin vereinbaren.