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Göttingen Experten begutachten Münzen und Briefmarken im Kaufpark Göttingen
Die Region Göttingen Experten begutachten Münzen und Briefmarken im Kaufpark Göttingen
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18:27 23.03.2014
Von Jörn Barke
Großer Andrang: Viele Sammler kommen zur Philapress-Aktion.
Großer Andrang: Viele Sammler kommen zur Philapress-Aktion. Quelle: Heller
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Göttingen

Denn im Zuge der Aktionswoche zum 125-jährigen Bestehen des Tageblatts gab es ein besonderes Angebot:

Vertreter des  Auktions- und Handelshauses Veuskens aus Hildesheim schätzten kostenlos Briefmarken- und Münzensammlungen von Menschen aus der Region. Organisiert hatte das Angebot der Philapress-Fachverlag, ein Tageblatt-Tochterunternehmen.

Die Stände der Veuskens-Mitarbeiter waren insbesondere am Vormittag dicht umlagert. Manche brachte ihre Sammlerstücke akkurat im Aktenkoffer, manche transportierten sie in einer Plastiktüte. Einige sammelten selbst, andere hatten Gesammeltes geerbt. Doch sind die Sammlerstücke auch etwas wert? Einer, der diese Frage am Sonnabend wieder und wieder beantwortete ist Sascha Glaser, bei Veuskens Sachverständiger für Philatelie und Numismatik. Unter seinen kritischen Augen zerfiel manche Hoffnung zu Staub.

Eine Münze, die vorgelegt wird, ist seit 150 Jahren in Familienbesitz. Sie ist stark verwittert, vieles kaum noch zu erkennen. Glaser betrachtet das Wappen und analysiert: bronziertes Kupfer – gab es in Frankreich im Dreißigjährigen Krieg und danach – stark korrodiert. Wert in diesem Zustand: Null. Jemand anders kommt mit einer mächtigen Münze. Ein echtes römisches As? Glaser nimmt seine Klapplupe mit 16-facher Vergrößerung und zweifelt die Echtheit an. Er tippt eher auf eine Nachbildung aus dem 19. Jahrhundert.

Das Alter einer Münze ist nicht entscheidend, erklärt Glaser. Erst wenige Jahrzehnte alte Münzen können viel wert sein, jahrhundertealte Münzen wenig. Entscheidend sind einerseits der Seltenheits- und der Erhaltungsgrad. Auf der anderen Seite muss aber auch ein Markt für die Münzen vorhanden sein. Seltene, gut erhaltene und gesuchte Münzen können problemlos einige hundert Euro wert sein. Manchmal ist aber auch der Materialwert ganz hübsch: Als ein paar kleine Goldmünzen auf den Tisch von Glaser klimpern, rechnet er schnell nach: 1650 Euro.

Flink wandern Glasers Hände über die Münzen die Sammlungen, die ihm vorgelegt werden. Er sortiert aus, was bei der Bank schlicht umgetauscht werden kann und sagt, wenn eine Münze 300 Euro wert ist. Manche Geschäfte macht er direkt. Eine Münzsammlung kauft er für 375, eine für 650 Euro.

Auch bei den Briefmarken wird intensiv begutachtet. Manchmal gibt es Hoffnung auf Geld, manchmal lautet die Empfehlung: Das kann alles an die Briefmarkenstelle in Bethel gespendet werden.

Die Aktionswoche „125 Jahre Göttinger Tageblatt“ läuft noch bis Sonnabend, 29. März, im Kaufpark. Dort gibt es eine Meile mit Fotografien, Zeitungsseiten und ein Bühnenprogramm. Montag geht es um 16 Uhr um die Theaterwelt aus Göttingen.