Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Explosionsgefahr: Unfallstelle vorsorglich abgesperrt
Die Region Göttingen Explosionsgefahr: Unfallstelle vorsorglich abgesperrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:08 23.08.2011
Von Britta Eichner-Ramm
Tank aufgerissen: Das ausströmende Gas wird von der Feuerwehr mit Wasser niedergedrückt und legt sich als Eis auf die Straße.
Tank aufgerissen: Das ausströmende Gas wird von der Feuerwehr mit Wasser niedergedrückt und legt sich als Eis auf die Straße. Quelle: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Auf regennasser Straße war gegen 7.55 Uhr ein 18 Jahre alter Mercedesfahrer aus Adelebsen von der Bundesstraße 27 zum Kreisverkehr an der August-Spindler-Straße abgefahren. Aus ungeklärter Ursache geriet das Auto ins Schleudern und kollidierte mit einem entgegenkommenden Dodge. Dabei riss das Ablassventil von dessen Flüssiggastank auf, so dass Gas ausströmen konnte. Vorsorglich sei die Unfallstelle abgesperrt worden, sagte Frank Gloth, Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr, denn wenn die Gaskonzentration zu hoch sei, bestehe Explosionsgefahr. Das Flüssiggas aus dem Fahrzeugtank hatte sich an der Luft jedoch bald verflüchtigt. Die Messungen hätten so geringe Werte ergeben, dass keine Gefahr im Umkreis bestanden habe. Allerdings dauerte es, bis sich der 95-Liter fassende Gastank vollständig geleert hatte. Das ausströmende Gas sei mit einem Sprühstrahl „niedergedrückt“ worden, wobei sich das Gas-Luft-Gemisch als Eis auf die Straße legte.

Technischen Sachverstand lieferte der Feuerwehr der per Telefon herbeigerufene Ehemann der 24 Jahre alten Dodge-Fahrerin – er baut als Kfz-Mechaniker selbst Autogasanlagen ein. Die Fahrerin des Dodge und ihre zwei elf Monate und drei Jahre alten Kinder wurden vorsorglich im Krankenhaus untersucht, konnten dieses aber am selben Tag wieder verlassen. Der Sachschaden wird von der Polizei auf rund 12 000 Euro geschätzt.

Autogas

Als Kraftstoff für Fahrzeug-Verbrennungsmotoren kommt Autogas, LPG (Liquefied Petroleum Gas) genannt, zum Einsatz. Es handelt sich um Flüssiggas (Butan/Propan), das bereits seit den 70er Jahren für den Fahrzeugantrieb genutzt wird. Es verbrennt umweltfreundlicher als Benzin. Der Schadstoffausstoß liegt bei Stickoxiden um etwa 20 Prozent, bei der CO2-Emission um 15 und bei unverbrannten Kohlenwasserstoffen um 50 Prozent unter dem der Benzinverbrennung. In Deutschland gibt es rund 6200 Autogastankstellen. Die Reichweite eines mit Gas betriebenen Fahrzeugs reicht je nach Tankgröße und Verbrauch von 350 bis 1000 Kilometer.