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Göttingen Soziales Jahr im Kino Lumiére
Die Region Göttingen Soziales Jahr im Kino Lumiére
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00:25 01.06.2018
Im Lumiere Kino an der Geismar Landstraße macht Jordan Meisel ein FSJ Kultur. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Das FSJ Kultur wird über die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen organisiert. „Niedersachsenweit gibt es 220 Plätze“, sagt Juliane von Ilten, Leitung der Freiwilligendienste. Sechs davon entfallen zurzeit auf Göttingen: Neben Meisels FSJ-Platz im Kino Lumiére gibt es noch zwei Plätze im Deutschen Theater, zwei im Zentrum für Luft- und Raumfahrt im Bereich School-Lab und einen in der Stadtbibliothek Göttingen.

„Unser Interesse ist es, dass das FSJ Kultur im bisherigen Umfang weitergeführt wird“, sagt von Ilten. Für den Jahrgang 2019/2020 – das Freiwillige Soziale Jahr dauert, wie es der Name schon sagt, jeweils ein Jahr – fehle noch ein wesentlicher Teil der Finanzierung. Dabei sei die Nachfrage der jungen Menschen sehr hoch. Das bestätigt auch der niedersächsische Wissenschafts- und Kulturminister Björn Thümler in seiner Antwort auf eine Anfrage verschiedener Landtagsabgeordneter der Grünen: „Sämtliche Plätze wurden erfolgreich vergeben“, sagt er zum laufenden Jahrgang 2017/2018. Für den Jahrgang 2018/2019 werde das ebenfalls erwartet.

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Orientierungsjahr vor Studium oder Ausbildung

Die jungen Menschen nutzen das FSJ Kultur, wie auch die 18-jährige Meisel, oft als Orientierungsjahr vor einem Studium oder einer Ausbildung. „Ich wollte mal einen Arbeitsalltag erleben“, erzählt Meisel. Für das Kino Lumiére habe die Uslarerin sich entschieden, weil sie schon in der Schulzeit mit der Stadtjugendpflege Uslar, wo es kein Kino mehr gibt, ein „Kino to go“ organisiert habe. „Da haben wir dann Filme an verschiedenen Orten, zum Beispiel in einer Schule oder an einem See, gezeigt“, erzählt sie.

Mittlerweile hat sie auch im Kino Lumiére viele eigene Aufgaben – seit September vergangenen Jahres packt sie dort mit an. „Ich betreue die Facebook-Seite, tausche die Plakate in den Schaukästen aus und verwalte alte Materialien“, erzählt Meisel. Aber auch ein eigenes Projekt – das gehört zum FSJ dazu – verwirklicht sie. „Ich organisiere spanische Schulfilmtage“, erzählt die aufgeweckte junge Frau mit den schultelangen braunen Haaren. Auf die Idee gekommen sei sie, weil es bereits britische und französische Schulfilmtage gebe und Spanisch auch ein beliebtes Schulfach sei.

Spanische Schulfilmtage als eigenes Projekt

Für das Projekt habe sie sich verschiedene spanische Filme angesehen, eine Programmliste mit den besten an die Lehrer geschickt und mit denen suche sie jetzt nach Terminen, an denen die Schüler in das Kino kommen, erzählt Meisel. „Ich habe auch noch Sonder-Material für die Lehrer zu den Filmen herausgesucht“, sagt sie. So könnten die auch nach dem Filmansehen weiter dazu arbeiten.

Neben der Arbeit in der Einrichtung selbst gehören zum FSJ auch Seminare und Workshops. „Das sind coole Angebote und es ist super zum Leute kennenlernen“, schwärmt Meisel davon. So würden sie in Regionalgruppen – in ihrem Fall vor allem mit FSJlern aus Südniedersachsen – zum Beispiel an Workshops zu Fotografie oder Öffentlichkeitsarbeit in kulturellen Einrichtungen teilnehmen.

Letzteres ist auch das, was Meisel sich für ihre berufliche Zukunft vorstellen könnte: „Ich würde gerne in den Bereich PR oder Öffentlichkeitsarbeit“, sagt sie. Diese Idee habe sich in dem FSJ im Lumiére gefestigt. Sie überlege jetzt Medienmanagement zu studieren.

Von Hannah Scheiwe

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