Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Zufriedene Künstler, leere Kassen
Die Region Göttingen Zufriedene Künstler, leere Kassen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:30 14.01.2018
Das DenkmalKunst-Festival bietet in fünf Städten Südniedersachsens an neun Tagen 250 Events. Quelle: r
Anzeige
Hann. Münden

Die finanzielle Bilanz klingt ernüchternd: Rund 3300 Karten sind am Ende verkauft, davon mehr als die Hälfte in Hann. Münden. Hier waren das Festival einst ins Leben gerufen worden und hier kamen 2013 allein 6000 Besucher zu einer kleineren Auflage des Festivals. Schließlich addiert sich das Defizit auf 32 000 Euro, durch Spenden hat sich Minus bereits auf 25 000 Euro reduziert. „Kürzlich hat mir eine ältere Dame eine Umschlag zugesteckt – zu Weihnachten mit 25 Euro für das Festival“, erzählt Bernd Demandt.

Der Organisator gibt sich zwei Monate nach Abschluss des Events selbstkritisch: „Ich habe es nicht geschafft, Leute vor Ort von der Idee zu begeistern.“ Damit meint er vor allem die ehrenamtlichen Mitarbeiter, die in den beteiligten Städten Osterode, Duderstadt, Einbeck und Northeim Teile der Organisation hätten übernehmen können. Über zwei Jahre sei er mit seinem Team durch die Region gefahren, um zu informieren und Mitstreiter zu finden. Demandt sagt: „Wenn mir dann im Nachhinein vorgeworfen wird, das alles zu kurzfristig geplant gewesen sei, lasse ich das nicht gelten.“ Er stecke im Moment viel ein. Offenbar aber nicht alles.

Augenscheinlich habe das Angebot auch das Publikum nicht ausreichend angesprochen. Demandt erinnert an das öffentliche und mediale Interesse, als 2013 mit der Aktion „9 mal 24“ ein altes Haus in Hann. Münden mit einem Team aus Freiwilligen vor dem Verfall gerettet wurde. „Und 2017 reichen 250 Veranstaltungen in neun Tagen nicht aus, um das Publikum zu animieren. Dafür habe ich bisher keine Erklärung.“ Die traurige Realität lautet: 99 verkaufte Karten in Duderstadt, 242 in Northeim, 279 in Osterode und 174 in Einbeck.

Weit weniger negativ fällt der Rückblick aus Sicht der Künstler und Aussteller aus. Kuratorin Lore Puntigam betreute die Ausstellenden als Kuratorin und legt jetzt die Ergebnisse einer Befragung vor: „Wieweit ist es uns gelungen, mit diesem Festival die Aufmerksamkeit für Kunst und Denkmäler zu erreichen?“, lautete ihre Frage. Danach sind 88 Prozent der Ausstellenden insgesamt zufrieden gewesen, in Hann. Münden und Osterode sogar sehr zufrieden. Etwa die Hälfte gab zudem an, ein „sehr gutes Feedback“ bekommen oder zumindest „etliche interessierte Gäste“ gehabt zu haben.

Zur deutlich unterschiedlichen Ausgestaltung des Festivals in den jeweiligen Städten schreibt Puntigam versöhnlich: „Dass das bürgerschaftliche Engagement beim ersten Mal DKKD in den anderen Veranstaltungsorten nicht so gut gelingen konnte wie in Hann. Münden, verwundert nicht. Auch in Hann. Münden gab es ein erstes Mal!“ Und wenn 90 Prozent der Ausstellenden, die an der Befragung teilgenommen haben, angeben, sie wären auch bei einer Fortsetzung wieder dabei, habe die Festivalidee eine Menge neuer Botschafter hinzugewonnen.

Ob es diese Fortsetzung überhaupt geben wird, ist momentan noch völlig offen. Demandt betont, er blicke nicht in die Zukunft mit einer Veranstaltung, die ein Defizit erwirtschafte. Für ihn steht fest: „In den anderen Städten werde ich mich künftig heraushalten.“ Ob das Festival an seinem Ursprungsort eine Zukunft habe, bleibe abzuwarten. „Die Mündener wollen es“, weiß er aus Rückmeldungen. Aber zunächst muss das Defizit ausgeglichen werden. Ein im Januar gegründeter „Freundeskreis Denkmal!Kunst“ hat es sich zur Aufgabe gemacht Spenden einzuwerben (Spendenkonto bei der VR-Bank, DE 89 2606 2433 0002 1845 59).

Von Markus Scharf

Weil sie einen Mann in Göttingen mit einem Messer angegriffen hat, muss sich eine 32-Jährige vor Gericht verantworten. Ein Gutachten hat am Dienstag schockierende Details der Vorgeschichte der Angeklagten ans Licht gebracht: Ihre Vergangenheit ist gezeichnet von Drogen, Missbrauch und Gewalt.

14.01.2018

Göttingen will sich an einem Modellversuch des Landes zu Tempo-30 auf Hauptstraßen beteiligen. Ist die Bewerbung erfolgreich, dürfen auf Abschnitten der Reinhäuser Landstraße und der Königsallee nur noch 30 Stundenkilometer gefahren werden. Am Freitag soll der Rat über die Bewerbung entscheiden.

15.12.2017

Die Standorte der Kreisverwaltung des Landkreises Göttingen sind am Mittwoch, 13. Dezember, für den Publikumsverkehr geschlossen. Der Grund für die Schließung ist eine Personalversammlung aller in Göttingen Beschäftigten.

12.12.2017