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Göttingen Fahrradstraße soll Vorfahrt erhalten
Die Region Göttingen Fahrradstraße soll Vorfahrt erhalten
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17:03 29.08.2018
Radfahrer müssen bisher an den Kreuzungen in der Elbinger Straße und Sternstraße Rechs vor Links beachten. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Die Stadt Göttingen möchte dem als Fahrradstraße ausgezeichneten Straßenzug Sternstraße – Elbingerstraße ein Vorfahrtrecht einräumen, um die Attraktivität der Radroute zu verbessern. Einen entsprechenden Antrag stellte die Verwaltung in der Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz und Mobilität am Dienstag vor. Nach längerer Diskussion empfahlen die Ausschussmitglieder mit vier Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen dem Rat, dem Antrag der Verwaltung zu folgen.

Da es sich in dem Bereich um eine Tempo-30-Zone mit Rechts-vor-Links-Regelung handelt, müssten die Radfahrer bisher an bis zu acht Kreuzungen oder Einmündung halten, was eine kontinuierliche Fahrweise verhindere, heißt es in der Beschlussvorlage. Um das zu ändern, solle der Radroute künftig Vorrang vor den einmündenden Straßen eingeräumt werden.

Als Maßnahme schlägt die Verwaltung eine Kombination von entsprechenden Verkehrszeichen, einen ebenerdigen Durchzug des Bordsteins der Fahrradstraße sowie eine Bepflasterung der einmündenden Straßen auf einer Länge von fünf Metern vor, um auf die geänderte Vorfahrtregelung hinzuweisen. Die Kosten für die Baumaßnahmen belaufen sich auf etwa 200 000 Euro.

Felicitas Oldenburg (FDP) kritisierte, dass durch die Aufstellung von sechs Schildern ein „Schilderwald“ entstünde. Zudem sei eine Pflasterung teuer. Katharina Schüle-Rennschuh (CDU) sprach sich ebenfalls dafür aus, die Pflasterung einzusparen. „Viel hilft nicht viel“, sagte sie. Stadtverkehrsplaner Sören Koss entgegnete, laut städtischem Rechtsamt reiche eine reine Beschilderung nicht aus. Und Harald Melzer, Fachbereichsleiter Ordnung, wies daraufhin, dass ein Vorrecht der Fahrradstraße die Rechts-vor-Links-Regelung aufhebe. Allein deshalb sei eine ausführliche Beschilderung nötig.

Kontrovers diskutiert wurde auch der Vorschlag der Verwaltung, dass die Stadt sich mit 14 000 Euro an der Beschaffung und Unterhaltung von zwei elektrisch betriebenen Lastenrädern für eine Dauer von zwei Jahren beteiligen soll. Eine Initiative, die Privatpersonen unter dem Schirm des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gegründet haben, möchte in Göttingen einen Lastenradverleih etablieren. Dafür sollen für das Stadtgebiet drei konventionelle und zwei elektrisch betriebene sowie für das Landkreisgebiet zwei Elektro-Lastenräder zur Verfügung gestellt werden. Die Nutzung soll kostenlos sein und über eine App organisiert werden. Laut Verwaltungsvorlage gehe es um eine „finanzielle Förderung als Starthilfe“, die im Einklang mit dem Klimaplan Verkehrsentwicklung stehe.

Oldenburg sagte, sie sehe eine solche Förderung überhaupt nicht als städtische Aufgabe, das Anliegen habe ihrer Meinung nach nichts mit Daseinsfürsorge zu tun. Damit werde städtisches Sponsoring für ein „schön gefundenes Projekt“ betrieben. Hans-Georg Scherer (CDU) bezweifelte, dass die Lastenräder für größere Anliegen genutzt würden. Widerspruch kam von Volker Grothey (SPD ) und Harald Wiedemann (Bündnis 90/Die Grünen). Für Grothey ist das Projekt „eine kleine Pflanze“ und benötige eine Anschubfinanzierung. Wiedemann sah in dem städtischen Beitrag die Möglichkeit, dem Projekt eine Initialzündung zu ermöglichen, zudem seien 14 000 Euro nicht die Welt. Man habe sich dafür entschieden, damit die Initiative das Projekt zum Laufen bringen könne. „Was ist das anderes als klassische Daseinsvorsorge?“, verteidigte Stadt Stadtbaurat Thomas Dienberg den Vorstoß der Verwaltung. Mit vier Ja- und zwei Gegenstimmen votierten die Ausschussmitglieder für den Antrag.

Von Nora Garben

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