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Göttingen Fair handeln und wirtschaften
Die Region Göttingen Fair handeln und wirtschaften
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00:32 19.04.2018
Gemüseanbau auf der Modell-Finca „San Roque“/La Paz Centro.
Gemüseanbau auf der Modell-Finca „San Roque“/La Paz Centro. Quelle: r
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Göttingen

„Entwicklungspolitisches Handeln“, erklären Stadt und Landkreis, „gewinnt in einer global vernetzten Welt zunehmend an Bedeutung.“ Auch auf kommunaler Ebene müsse dabei einer Vielzahl von gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen gerecht werden – beispielsweise durch sozial verantwortungsbewussten Handel und Konsum. Dazu hatten Stadt und Landkreis Göttingen bereits im Jahr 2013 die „Fairtrade-Region Göttingen“ ausgerufen. In der zugehörigen Steuerungsgruppe sitzen Vertreter aus den beiden Verwaltungen des Entwicklungspolitischen Informationszentrums Epiz, der Contigo Fairtrade GmbH, des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Göttingen und der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen.

Stärker im Focus

Seit 2013, sagte Angelika Daamen, im Göttinger Rathaus unter anderem für Fair Trade zuständig, sei das Thema stärker in den Fokus der Verbraucher gerückt. Das neue Internet-Portal helfe, es gegenüber der Öffentlichkeit interessanter und attraktiver darzustellen. Das Portal sei ein weiterer Schritt, den Fair Trade-Gedanken in der Region zu verankern, erklärte Christel Wemheuer, Erste Kreisrätin beim Landkreis Göttingen.

Die Koordinationsstelle für Kommunale Entwicklungspolitik nahm im April 2017 ihre Arbeit auf. Geleitet wird sie von Joachim Berchthold. Der Volkswirtschaftler mit den Studienschwerpunkten Entwicklungsökonomie und politische Philosophie hat durch seinen Auslandszivildienst in El Salvador ausreichend Erfahrungen, um die Probleme beurteilen zu können, die durch herkömmliches Wirtschaften entstehen können.

Berchtholds Stelle wird aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung innerhalb eines Programms der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ finanziert. Seine Tätigkeit erstreckt sich auf das gesamte Stadt- und Landkreisgebiet.

Mehr als Tee und Kaffee

Bei der Sensibilisierung für das Thema Fair Trade gehe es längst nicht mehr nur um Produkte wie Kaffee oder Tee, meinen Daamen und Wemheuer. Berchthold erläutert, eine entsprechende Orientierung führe beispielsweise dazu, dass Arbeitskleidung für kommunale Betriebe unter Fair Trade-Bedingungen beschafft würden.

Zweiter Arbeitsschwerpunkt Berchtholds und der Koordinationsstelle für Kommunale Entwicklungspolitik ist die Betreuung bestehender Partnerschaften von Stadt und Landkreis mit Kommunen und Regionen in Entwicklungs- und Schwellenländern. So pflegt die Stadt Göttingen enge Beziehungen zu La Paz Centro in Nicaragua, der Landkreis unterhält eine offizielle Partnerschaft mit San Juan Comalapa in Guatemala. Solch Beziehungen sollen intensiviert werden und nach Möglichkeit konkrete Projekte der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit entstehen.

Von Matthias Heinzel

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