Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Goldankauf: So werden Barren normalerweise geprüft
Die Region Göttingen Goldankauf: So werden Barren normalerweise geprüft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 23.08.2018
Auch solche Goldbarren werden gefälscht. Quelle: r
Anzeige
Göttingen

Im Internet gibt es massenweise Angebote von Goldbarren, die keine sind. Fast immer werden dabei weniger wertvolle Metalle mit einer dünnen Schicht aus Echtgold überzogen. Eine uralte Prüfmöglichkeit ist eine Methode, die sich das unterschiedliche spezifische Gewicht von Metallen zunutze macht. Gold verdrängt eine sehr genau bestimmbare Menge Wasser, die sich von der Verdrängungsmenge anderer Metalle messbar unterscheidet. Vor mehr als 2000 Jahren entdeckte der griechische Mathematiker Archimedes diese erste zuverlässige Methode, Goldfälschungen zu entlarven. Damit konnte er beweisen, dass die Krone seines Königs nicht aus echtem Gold bestand: Sie verdrängte mehr Wasser als ein gleich schwerer Barren aus echtem Gold.

Problem Wolfram

Dieses Prinzip wird auch heute noch genutzt, um Legierungen zu erkennen, die sich in der Dichte von Gold unterscheiden. Ein Problem dabei: Wolfram beispielsweise besitzt eine ähnliche Dichte wie Gold und ist deshalb schwieriger zu erkennen. Schlagzeilen machte beispielsweise ein Betrug aus New York im Jahr 2012, als ein Anleger Goldbarren im Wert von mehr als 100000 US-Dollar kaufte. Doch als der Besitzer einen Barren aufbohrte, stieß er auf ein graues Metall – Wolfram, das nur von einer feinen Goldschicht überzogen war. Die Barren waren professionell gefälscht und wiesen eine Seriennummer und den Stempel eines renommierten Herstellers auf.

Barren werden in der Regel häufiger gefälscht als Münzen: Das Prägen falscher Münzen ist vergleichsweise aufwendig, die Falsifikate sind für Fachmänner relativ leicht zu erkennen. Äußere Hinweise auf die Echtheit von Goldbarren sind

  • ein Stempel mit dem Namen des Herstellers
  • die Bezeichnung des Edelmetalls (z. B. Gold, Feingold, fine gold, pure gold o.ä.)
  • die Angabe des Feinheitsgrads und
  • eine Gewichtsangabe

Zusätzlich werden die meisten Barren mit Echtheitszertifikat geliefert. Sind diese Merkmale nicht vorhanden, sollte man stutzig werden, erklären die Fachleute vom Goldkontor Hamburg. Allerdings: Eine Garantie für Echtheit sind diese Merkmale nicht.

Für den Hausgebrauch und eine erste Einschätzung eignet sich die Magnetprobe. Ist das vermeintliche Edelmetall magnetisch, handelt es sich nicht um reines Gold. Wer wirklich sicher sein möchte, muss seine Goldprodukte jedoch zu Experten bringen, die mit modernen Methoden gefälschtes Gold erkennen können. Eine Methode: die Ultraschallmessung. Das Prinzip: Die innere Schallgeschwindigkeit unterscheidet sich für Gold und andere Metalle wie auch für Legierungen deutlich. Weitere Möglichkeiten sind neben der visuellen Überprüfung auch die elektrische Leitfähigkeit und weitergehende sensorische Prüfungen, mit denen Falschgold relativ schnell und einfach erkannt werden kann, erklärt die Bundesbank.

„Grundsätzlich prüfen“

Warum die Sparkasse offenbar längere Zeit auf derartige Prüfungen verzichtete, ruft in der Branche Kopfschütteln hervor. Goldankauf von nicht als langfristig zuverlässig bekannten Quellen ohne Prüfung sei „total verrückt“ und „ein grober Fehler“, meint beispielsweise der Göttinger Juwelier Nicolas Piaggio: „Wenn ein 18-Jähriger mit größeren Mengen Gold daherkommt, stinkt das schon von weitem. Ich als Juwelier könnte mir ganz schnell den Ruf versauen mit einem solchen Blödsinn.“ Angebotenes Gold lasse er grundsätzlich prüfen, meist in einer Scheideanstalt. Zumindest eine Probe müsse im seriösen Goldhandel einer Analyse unterzogen werden.

Die Sparkasse Göttingen erklärt, dass „selbstverständlich stets Echtheitsprüfungen bei Edelmetallgeschäften durchgeführt“ habe. „Wir haben diesen Vorfall aus 2016 zum Anlass genommen, unsere vorhandenen Sicherungsmaßnahmen noch weiter zu schärfen“, betont Sparkassen-Sprecher Frank Sickora. Die Sparkasse halte es zudem für „vollkommen ausgeschlossen, dass es durch das Einschmelzen falscher Goldbarren in Scheideanstalten zu Verunreinigungen von anderen Goldbarren gekommen ist“. Kunden der Sparkasse Göttingen seien nicht zu Schaden gekommen.

Von Matthias Heinzel

Vor 50 Jahren schockierte eine Nachricht die Weltöffentlichkeit: Truppen des Warschauer Pakts waren am 21. August in die Tschechoslowakei einmarschiert. Horchposten im Harz wurden Ohrenzeugen.

20.08.2018

Es ist ein halbes Jahr her, dass die FDP einen Gesetzentwurf zum Absenken des Wahlalters in Niedersachsen vorgelegt hat. Jetzt ist es die Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD), die sich für das Wahlrecht mit 16 Jahren ausspricht.

20.08.2018
Göttingen Podiumsdiskussion im Alten Rathaus - 1968 und die Folgen

Eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Sonderausstellung „Klappe auf“ über die 68er Bewegung in Göttingen bietet das Städtische Museum an. Auf dem Podium sitzen Harald Noack, Walther Theuerkauf und Rolf Vieten.

20.08.2018