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Göttingen Falschgold-Prozess stockt – aber nicht mehr lange
Die Region Göttingen Falschgold-Prozess stockt – aber nicht mehr lange
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00:21 04.03.2019
Ein Standardbarren Gold, eingeschweißt. Quelle: Oleg Volk
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Göttingen

Die allerdings will keiner der Beteiligten offen bestätigen. Aus gut informierten Kreisen ist immerhin zu hören, dass die Sparkasse dem Angeklagten ein für ihn sehr günstiges Vergleichsangebot unterbreitet hat, um den Schaden wiedergutzumachen.

Der damals gerade 18-jährige Realschul-Absolvent war Ende September mit vier Standard-Goldbarren und einer Krüger-Rand-Münze bei der Sparkasse erschienen, um sie zu verkaufen. Was die Sparkasse nicht ahnte – und nicht überprüfte: Das angebliche Gold hatte der 18-Jährige zuvor auf der Internet-Auktionsplattform Ebay billig ersteigert.

Bei der Sparkasse schöpfte zunächst niemand Verdacht. Im Gegenteil: Die Falschgold-Ankäufe gingen munter weiter. Nach einer kurzen Pause im Gold-Fluss rief die Sparkasse sogar bei dem 18-Jährigen an und fragte, ob es wieder frisches Gold gebe: Man kaufe gerne.

Erst nach Monaten kam angesichts der enormen Werte, über die der 18-Jährige scheinbar verfügte, einem Sparkassen-Mitarbeiter ein Verdacht. Schließlich flog der Betrug auf.

183 000 Euro sichergestellt

Von den gut 300 000 Euro, die der Falschgold-Verkäufer insgesamt kassierte, hatten die Behörden noch etwa 183 000 Euro sicherstellen können. Um den Rest geht es jetzt in dem Vergleich, den die Sparkasse nach Tageblatt-Informationen außerhalb eines zivilgerichtlichen Verfahrens abschließen möchte.

Auch strafrechtlich soll dem jungen Mann trotz der hohen Schadenssumme nicht allzuviel geschehen. In Gesprächen unter den Beteiligten des Strafverfahrens soll unter anderem erörtert worden sein, dass der angeklagte Betrug auch mit der Auflage von Arbeitsstunden aus der Welt geschafft werden könnte.

Begründung: Der junge Mann weise trotz der Aufsehen erregenden Tat keine dauerhaften schädlichen Neigungen auf. Außerdem sei ihm der Falschgold-Verkauf sehr leicht gemacht worden, weil niemand das angebliche Edelmetall auf seine Echtheit überprüft habe und lange Zeit niemandem verdächtig vorgekommen sei, dass ein Realschulabsolvent, ohne Beruf und aus eher einfachen Verhältnissen stammend, über derart üppige Mengen Gold verfügt. Letztes Argument für eine milde Strafe: Der Schaden, den die Sparkasse erlitt, werde durch den Vergleich weitgehend wiedergutgemacht.

Schweigen zum Fortgang

Zum Fortgang des Verfahrens, etwaigen Absprachen oder Vergleichsverhandlungen wollen weder der Anwalt des Hauptangeklagten noch die Geschädigte, die Sparkasse Göttingen, Stellung nehmen. Die Sparkasse lehnte eine Stellungnahme mit der Begründung ab, sich nicht zu dem laufenden Verfahren äußern zu wollen, Rechtsanwalt Wulf Gornickel ließ über seine Kanzlei erklären, er werde über das Verfahren nicht mit der Presse sprechen.

Einen zweiten Verhandlungstermin nach dem Prozessauftakt Mitte August vergangenen Jahres hat das Amtsgericht Göttingen noch nicht angesetzt. Gerichtssprecher Stefan Scherrer versichert jedoch, das Verfahren gehe weiter. Er rechne damit, dass ein Termin „bald“ bestimmt werde. Monate werde es nicht mehr dauern, bis die Verhandlung fortgesetzt werde.

Von Matthias Heinzel

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