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Göttingen Fast 100 Luyken-Nachkommen treffen sich in Göttingen
Die Region Göttingen Fast 100 Luyken-Nachkommen treffen sich in Göttingen
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17:00 02.06.2019
Ein Besuch des Museums in Friedland gehörte zum Programm des Familientages. Quelle: Peter Heller
Göttingen

In alle Welt zerstreut, aber durch ein Netzwerk verbunden sind die etwa 200 Mitglieder der Familie Luyken/Leuken. Knapp die Hälfte von ihnen hat sich am Wochenende zum Familientag in Göttingen getroffen. Der Begriff Mitglied trifft hier gleich doppelt zu: Der Familienverband hat eine Satzung und ist strukturiert wie ein Verein, die Organisation der seit 1913 durchgeführten Familientage ist mit hohem organisatorischem Aufwand und Kosten verbunden. Zum Treffen gehörte auch ein Familienrat mit Vorstandswahlen.

Tradition und Kontaktbörse

Blut ist dicker als Wasser, sagt der Volksmund. Aber was bringt die Nachkommen eines Ehepaares vom Niederrhein aus dem 16. Jahrhundert, die sich zum Teil wildfremd sind und deshalb bei den Familientagen im Dreijahresturnus Namensschilder tragen, dazu, diesen Aufwand zu betreiben? Ein Aspekt ist die Familienbande und das Bewusstsein für die eigene Herkunft, ein anderer Kontinuität und die Freude am Kennenlernen. „Als harten Kern haben wir einige Stammgäste, ansonsten wechselt die Besetzung bei den Familientagen“, sagt Juliane Tobeck-Fekete, die das Sippentreffen in Göttingen mit ihrem Mann Tony und Tochter Carla organisiert hat: „Einige kennen sich gar nicht und nutzen die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen.“

Mit 84 Jahren ist ihr Vater Klaus Tobeck der älteste Teilnehmer des Familientages, der jüngste ist ein Jahr alt. Der im Taunus lebende gebürtige Göttinger Tobeck stammt aus der Familie Krafft, deren Bauunternehmen das Stadtbild Göttingens durch Gebäude wie das Krankenhaus Neu-Bethlehem und die Villa an der Merkelstraße geprägt hat, in der sich heute der Hogrefe-Verlag befindet. Den Nachnamen Luyken trage nur noch knapp ein Drittel der Angehörigen des Familienverbandes, berichtet Christoph Luyken (64) aus dem Raum Köln. „Ihr müsst was tun, die Luykens sterben aus“, frotzelt er, als die Sprache auf Alleinstehende kommt, die noch keine Nachfahren haben.

Umfangreiches Programm

Der 1913 gegründete Familienverband umfasst alle Nachkommen von Hendrich Luyken (ca. 1550-1607) und Anna von der Knippenburg (1665-1627). „Das sind alle, die den Namen Luyken/Leuken durch Geburt oder Heirat tragen bzw. vor ihrer Heirat trugen, sowie Ehegatten von geborenen Luyken/Leuken und deren Nachkommen“, heißt es in der Satzung. Die Schreibweise Leuken gebe es nur noch selten im holländischen Zweig der Familie, erzählt Tobek-Fekete. Von denen sei diesmal aber keiner dabei. Zum Programm des Familienwochenendes gehörten ein Begrüßungsabend im Apex, Mittagessen im Bullerjahn, Besichtigungen von Brotmuseum und Wilhelm-Busch-Mühle in Ebergötzen, Sektempfang und Tanz im Hotel Eden, ein Gottesdienst in Friedland und eine Stadtführung in Göttingen mit Medizinprofessor Wolfgang Poser, der ebenfalls zum Familienverband gehört.

„Es ist schön, auf persönlicher Basis andere Städte kennenzulernen“, sagt Matthias Luyken, der zum siebten Mal dabei ist. Für den 28-Jährigen, der in Mainz studiert, sind die Familientage alles andere als eine lästige Pflicht. Er hat dadurch auch Kontakte zu Familienangehörigen in seinem Alter knüpfen können. „Wir haben alle ein Interesse daran, dass die Tradition fortgeführt wird“, sagt die 49-jährige Göttinger Gastgeberin: „ Je älter ich werde, umso wichtiger wird das.“ Es gebe auch gemeinsame Familienwerte wie Zuverlässigkeit, Pflichtbewusstsein und soziales Engagement.

Stammbaum wird gepflegt

Für die Familienchronik verantwortlich ist Rebecca Luyken. Die 30-Jährige aus Bonn trägt die Ergebnisse der Ahnenforschung zusammen, pflegt den Stammbaum, sammelt Fotos, Dokumente und Familienberichte. „Seit 1922 erscheint auch eine Familienzeitschrift – inzwischen einmal jährlich“, berichtet sie: „Gedruckt wird sie in der Druckerei Luyken in Gummersbach, die noch so heißt, aber nicht mehr in Familienbesitz ist.“

Unter einer Familie werde heute zumeist nur noch Vater, Mutter, Kind verstanden, bedauert Christoph Luyken: „Ich war schon als Kind davon fasziniert, fremde Leute duzen zu können, weil ich mit ihnen verwandt bin.“ Dazu passt das Zitat von Marcel Proust auf den Chronikblättern des Familienverbands: „Gemeinsame Erinnerungen sind manchmal die besten Friedensstifter.“

Von Kuno Mahnkopf

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