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Göttingen Fast acht Jahre für Auto-Betrüger
Die Region Göttingen Fast acht Jahre für Auto-Betrüger
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19:29 01.07.2011
Von Matthias Heinzel
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Göttingen

Seine Mitangeklagte und frühere Freundin wurde vom Vorwurf der Betruges hingegen freigesprochen. Eine Bande im Sinne des Gesetzes, wie von der Staatsanwaltschaft angeführt, sei allerdings nicht am Werk gewesen, so die Urteilsbegründung.

Zu Gunsten des Hauptangeklagten wertete das Gericht sein Geständnis wie auch sein gutachterlich festgestelltes krankhaftes Selbstdarstellungsbedürfnis. Zudem habe er sich im Prozess schützend vor seine mitangeklagte frühere Freundin gestellt und Anstrengungen unternommen, den durch seine Betrügereien entstandenen Schaden wieder gutzumachen.

Auch die Bedrohungen, mit denen der 28-Jährige von anderen zum Weitermachen gepresst worden sein soll, bezog das Gericht in seine Strafzumessung ein. Die Haftstrafe von sieben Jahren und neun Monaten Gefängnis bezieht jetzt eine frühere Verurteilung zu einer Bewährungsstrafe und eine Verurteilung durch das Kölner Landgericht in Höhe von vier Jahren und zehn Monaten ein. Die Staatsanwaltschaft hatte für den 28-Jährigenim gestern beendeten Verfahren insgesamt neun Jahre und acht Monate Haft gefordert, sein Verteidiger sieben Jahre.

Die Ex-Freundin, vom Vorwurf des Betruges freigesprochen, handelte sich wegen Steuerhinterziehung eine Verwarnung unter Aussetzung einer Geldstrafe von 1000 Euro ein. Die Verwarnung bleibt zunächst folgenlos, aber: Wenn sich die Frau innerhalb der Bewährungszeit strafbar macht, muss sie zahlen.

Ein weiterer Mittäter, der mehrere Autos von den Händlern abgeholt hatte, erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Ein dritter, der Identität und Unterschriften geliefert habe, wurde wegen einfachen Betruges zu sieben Monaten auf Bewährung verurteilt. Ein vierter Mann, dessen Ausweise für die Betrügereien benutzt worden waren, wurde freigesprochen.

Mit dem gestrigen Verhandlungstag sei eines der längsten Verfahren in Göttingen zu Ende gegangen, erklärte Richter Marahrens. Ein Grund sei die trotz ausgezeichneter polizeilicher Ermittlungsarbeit anfangs sehr schlampig ausgearbeitete Anklageschrift der Staatsanwaltschaft gewesen, die erst später deutlich nachgebessert worden sei.