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Göttingen Feiern mit Königin Brigitta und König Andre
Die Region Göttingen Feiern mit Königin Brigitta und König Andre
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19:54 24.07.2011
Von Jürgen Gückel
Tausende trotz Kühle: Einen bunten Umzug vor vielen Zuschauern am Straßenrand boten Schützen, Spielleute und viele Gastvereine.
Tausende trotz Kühle: Einen bunten Umzug vor vielen Zuschauern am Straßenrand boten Schützen, Spielleute und viele Gastvereine. Quelle: Vetter
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Nein, mit der Gartenschere konnte Friseurmeisterin Brigitta Wagener-Brandt nichts anfangen. Auch Andre Faulhaber tat sich schwer, in der riesigen Schublehre ein Symbol zu erkennen, das ihn an seine Automechaniker-Ausbildung erinnert. Oberschießmeister Rüdiger Fuß machte es wieder spannend, als er die drei Kandidaten des Königshauses bei Schützen und Schützinnen rätseln ließ, wer nun den besten Schuss abgab.

Am Ende waren es Königin Wagener-Brandt (SV Geismar) und König Faulhaber (SV von 1965). Inge Pfaff (Diana) wurde Kronprinzessin, Brigitte Wille (Holtensen) Prinzessin. Bei den Männern verpasste Peter Eiselt (SV 1863) mit 0,1 Ring Differenz zur neuen Majestät die Königswürde knapp. Dritter und damit Prinz wurde Manfred Bötte (Grün-Weiß Hagenberg). Beim Pokalschießen der Vereinsmajestäten gab Kerstin Guttmann (1965) den besten Schuss ab vor Klaus Garbode (Scharnhorst) und Hans-Günther Müller (Niedersachsen).

Komplettiert wird das Königshaus durch Schüler- und Jugendkönig. Dabei schafften es bei den Jugendlichen zwei Schwestern, ganz vorn dabei zu sein. Königin ist Rebecca Heinzen, Prinzessin Victoria Heinzen (beide Diana). Jan Tölle wurde Kronprinz der Jugend.

Kommers, Tanz Rummel und Umzug. Impressionen vom Göttinger Schützenfest 2011.Fotograf: Jan Vetter

Schülerkönig ist in diesem Jahr Jan-Hendrik Hartmann vom SV Niedersachsen, gefolgt von Kronprinz Patrick Henkenötter (KKS Grone) und Prinz Adrian Naujok (SV Holtensen). Naujok holte sich auch die Schülerehrenscheibe, Jasmin Henkenötter (KKS Grone) die Jugendehrenscheibe.

Neuer Volkskönig:

Sonst schraubt er an Hubschraubern herum. Viel zu Schießen gebe es da nicht beim Kampfhubschrauber-Geschwader in Fritzlar, wo Unteroffizier Daniel Kolb bei der Bundeswehr dient. Dennoch erwies sich der 26-Jährige als treffsicher, machte sich damit zum Hahn im Korb der Diana-Damen und die künftige Schwiegermutter Karola Buschewitz ist „stolz wie Bolle“ auf den Verlobten ihrer Tochter. Daniel Kolb ist neuer Bürgerkönig.

Dabei war die Konkurrenz diesmal groß. Mehr als 30 Zivilisten bewarben sich zum 619. Göttinger Schützenfest um die Ehre des Königs derer, die in keinem Schützenverein organisiert sind. Darunter zahlreiche Ehefrauen der Schützen des SV 1863. Wieder ganz vorn mit dabei war Gertrud Roggenbuck von der Marine-Kameradschaft, die schon vor zwei Jahren Bürgerkönigin geworden und vielfach unter den Ersten zu finden war. Gut auch Reiner Wohlfahrt als Dritter und Nils Fink auf Rang vier. Mit Waldemar (Fünfter) und Valentine Grosch (Elfte) war auch ein Ehepaar vorn mit dabei. Diesmal aber gab der 26-jährige Kolb zwei der drei besten Schüsse des ganzen Wettbewerbs ab und war damit von Platz eins des Volkskönigsschießens nicht zu verdrängen.

Ob er mit seiner Verlobten heimlich geübt hat, verriet er nicht. Nadine Buschewitz war selber einmal Schülerkönigin. Sie darf jetzt an der Seite des neuen Volkskönigs, ihres Verlobten, ein ganzes Jahr lang jeden Vereinsball mitfeiern. Die Zweitplazierte Roggenbuck hingegen konnte Aufatmen: „Da kann ich ja doch getrost zu jedem Basketballspiel gehen.“

Eine Unterbrechung zwischen Ehrung und Proklamation legten die Schützen aus traurigem Anlass ein: Punkt 22 Uhr gedachten sie wie europaweit Zigtausende in einer Trauerminute der Opfer von Oslo. Erst spät wurde wieder ausgelassen getanzt und gefeiert.

Der Rummel kehrt zurück:

Die Rückkehr vom reinen Schützen- zum Volksfest mit Rummel und Platzbummel ist geschafft: die Budenstadt auf dem Parkplatz des Jahnstadions mit Karussells, Schießbuden und vielerlei Essensständen wird angenommen. Durch das Wetter fehlte noch der ganz große Andrang, mit den Vorjahren ist das Angebot aber nicht mehr zu vergleichen. Achterbahn, Karussells, Geisterbahn, Bier- und Würstchenstand, ein Trampolin und eine vom Club der Sportschützen betriebene Laser-Schießeinrichtung locken die Gäste. Die Einnahmen dieses Schießstandes werden der Stiftung für Palliativmedizin zugute kommen. Die Schützen stehen nach der Erfahrung mit dem kleinen, aber feinen Rummel am Jahnstadion nun vor der Frage, ob sie 2012 wieder umziehen zum angestammten Schützenplatz.