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Göttingen Feuerwehr-Kirmes in Niedernjesa mit Wettkämpfen mitten in der Nacht
Die Region Göttingen Feuerwehr-Kirmes in Niedernjesa mit Wettkämpfen mitten in der Nacht
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00:17 25.09.2013
Von Ulrich Schubert
Kampf auf dunkler Straße: Die Gruppe aus Salzderhelden sorgt für Wasser. Quelle: Heller
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Niedernjesa

Männer mit grellen orangefarbenen Jacken rennen im grellen Licht gigantischer Scheinwerfer hektisch hin und brüllen sich an, als ginge es um ihr Leben – oder das anderer: „Wasser marsch!“ Und dann schießt die Fontaine aus dem erste Rohr, Schaulustige hinter dem rotweißen Flatterband gehen erfolglos in Deckung und lachen dabei doch vergnügt.

Sie können lachen, denn es brennt nicht, es ist kein echter Löscheinsatz. Es ist der wohl größte Pokalwettkampf der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Göttingen. 40 angemeldete Gruppen treten an diesem Sonnabend in den engen Straßen des Dorfes Niedernjesa gegeneinander an – sogar aus Salzderhelden, Mingerode und Güntersen sind Mannschaften angerückt.

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Dabei ist es eigentlich nur eine Kirmes, „aber wir wollten mal was anderes machen“, erklärt Peter Lösel als Vorsitzender des Feuerwehrvereins. Dass sich so viele zum „1. Moonlight-Wettbewerb“ anmelden, habe allerdings niemand erwartet.

Auf den Wettkampfbahnen müssen die Teilnehmer so schnell wie möglich Schläuche ausrollen, Wasser ansaugen und am Ziel Kanister vom Sockel sprühen. Obwohl drei überdimensionale Leuchtballons – sogenannte Power-Moons – Licht spenden, stehen selbst erfahrene Wettkämpfer vor neuen Herausforderungen.

Feuerwehr-Kirmes in Niedernjesa mit ungewöhnlichen Wettkämpfen mitten in der Nacht. ©Heller

„Man sieht am Boden doch sehr weniger und irgendwie ist alles anders“, sagt ein Feuerwehrmann. Auch die Stimmung, denn selten kommen so viele Zuschauern zu Wettkämpfen.

Das setzt sich im Festzelt fort. Am Freitagabend hatten noch strippende Tänzerinnen eingeheizt, an diesem Abend machen das die Feuerwehrleute und ihre Gäste selbst: beim Mastwurf-Contest. Um die Wette müssen sie den wichtigsten Knoten der Feuerwehren um ein Saugrohr binden.

Das reizt vor allem die Jugendlichen – jede Stunde ist ein Fass Bier zu gewinnen. Und am Ende kommen aus dem Startgeld und einen Aufschlag der Feuerwehr Niedernjesa 300 Euro zusammen, die sie dem Elternhaus für krebskranke Kinder spendet.

Das feiern rund 600 Gäste bis zum frühen Sonntagmorgen ebenso wie den überragenden Sieg der Wettkampfgruppe aus Ischenrode: Sie schafft den Wasseraufbau in 56 Sekunden – trotz der Dunkelheit.