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Göttingen Feuerwehr-Unfallkasse: Göttinger Freiwillige sind gut versichert
Die Region Göttingen Feuerwehr-Unfallkasse: Göttinger Freiwillige sind gut versichert
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19:26 28.04.2014
Von Jürgen Gückel
Einer der Einsätze, die Feuerwehrleute auch psychisch belasten: verheerender Brand Ende März mit zwei toten Kindern in Duderstadt. Quelle: IS
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Göttingen

Behandlungskosten, Reha, Pflege im Heim und zu Hause übernimmt am Ende die Feuerwehr-Unfallkasse (FUK) Niedersachsen, als klar wird, dass der Infarkt einzig durch die Aufregung des freiwilligen Einsatzes ausgelöst wurde.

Das war einer von jährlich rund 90 Fällen in Stadt und Landkreis Göttingen, bei denen die gesetzliche Unfallversicherung der Feuerwehren hilft. Am Montag stellte die FUK in Göttingen die aktuellen Zahlen für Land und Kreis vor. Daraus ergibt sich: Das Risiko, als Freiwilliger im Feuerwehrdienst zu verunglücken, ist doppelt so hoch wie in Betrieben der Metallindustrie, gar viermal so hoch wie im Einzelhandel.

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Wer freiwillig für die Allgemeinheit seine Gesundheit riskiert, der soll auch besser, als das gesetzliche Krankenkassen können, abgesichert sein, sagt Thomas Wittschurky, der Geschäftsführer der FUK. 2766 zu entschädigende Unfälle, so Wittschurky, hat es 2013 in Niedersachsen bei den freiwilligen Wehren gegeben. In Stadt und Landkreis (ohne Berufsfeuerwehr) waren es 95 (Vorjahre 88 und 98). Die meisten Unfälle ereigneten sich beim Übungs- und Schulungsdienst (22).

Enge Fahrzeughallen werden zum problem

In Zeltlagern der Kinder- und Jugendwehr waren es 16, bei technischen Hilfeleistungen und bei Sport und Fitness je zehn, bei der Brandbekämpfung selbst lediglich vier Fälle. Damit liege Göttingen, so Landrat Bernhard Reuter (SPD) „absolut im Mittelfeld“.  Versichert sind immerhin mehr als 6500 Feuerwehrangehörige von den Mitgliedern der Kinderfeuerwehr bis zu den 4450 Aktiven in Stadt (450 Freiwillige) und Landkreis (4000).  

Nicht erst, wenn der Unfall passiert ist, hilft die FUK. Sie ist auch präventiv unterwegs, hilft etwa den freiwilligen Wehren, Gefahrenquellen in ihren Feuerwehrhäusern aufzuspüren. Für Kreisbrandmeister Karl-Heinz Niesen besteht hier nämlich besondere Gefahr: Die neuen Feuerwehrfahrzeuge werden immer größer, die  Hallen der Gerätehäuser bleiben gleich. Die Enge in den Hallen berge manche Gefahr.

Vielfach musste angeordnet werden, dass die Fahrzeuge außer vom Fahrer nur noch außerhalb des Gerätehauses bestiegen werden dürfen. Probleme, die es in allen Gemeinden, speziell aber in Friedland und im Duderstädter Bereich gebe, so Niesen.

Das laufende Jahr stellt die Unfallkasse bei ihrer Präventionsarbeit ins Zeichen psychosozialer Notfallversorgung. Sie organisiert dazu auch ein Symposium im November. Denn wer, wie jüngst in Duderstadt, bei Bränden tote Kinder bergen müsse, der müsse gestützt werden. In Göttingen, so Martin Schäfer, Chef der Berufsfeuerwehr, sei die Notfallseelsorge bestens aufgestellt, aber eben auch äußerst wichtig.