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Göttingen Feuerwehrmann wirft Autofahrerin Beleidigung und Nötigung vor
Die Region Göttingen Feuerwehrmann wirft Autofahrerin Beleidigung und Nötigung vor
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13:34 30.10.2019
Die Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen eine Göttinger Autofahrerin eingestellt, die mit einem Feuerwehrmann aneinandergeraten ist. Quelle: dpa
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Göttingen

An einer Absperrung für die Radsportveranstaltung Deutschlandtour ist ein Feuerwehrmann mit einer Autofahrerin aneinandergeraten. Der Vorfall hat Polizei und Staatsanwaltschaft beschäftigt, die das Verfahren gegen die Autofahrerin eingestellt hat. Bei einem Informanten aus Reihen der Feuerwehr, der jetzt auf den Zwischenfall am 30. August hingewiesen hat, stößt das auf Unverständnis. „Ist die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr nicht mehr angesehen?“, fragt sich der „Insider“, der Rückhalt bei der Strafverfolgungsbehörde vermisst und anonym bleiben will.

Den Stein ins Rollen gebracht hat ein junger Feuerwehrmann, der Strafantrag wegen Nötigung und Beleidigung gestellt hat. Polizeisprecherin Jasmin Kaatz bestätigt den Zwischenfall, der sich gegen 15.30 Uhr an der Absperrmaßnahme im Bereich Keplerstraße/Schildweg zugetragen habe. Das Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr habe angegeben, dass ihn die Autofahrerin mit Schimpfwörtern beleidigt habe. Außerdem sei sie mit dem Auto auf ihn zugefahren, er habe sich mit einem Sprung zur Seite retten müssen. Die beschuldigte Akademikerin habe das als absurden Vorwurf zurückgewiesen. Sie habe ihn weder beleidigt noch sei sie auf den Feuerwehrmann zugefahren. Er habe lediglich an der Autoseite gestanden, als sie wie die Fahrzeuge vor ihr die Absperrung über den Gehweg umfahren habe.

Kein hinreichender Tatverdacht

Das bestätigt auch Andreas Buick, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen. Das Verfahren sei mangels hinreichenden Tatverdachts gegen eine Geldauflage eingestellt worden. Aussage habe gegen Aussage gestanden, Zeugen seien nicht benannt worden. Eine Anklageerhebung sei nicht ansatzweise in Betracht gekommen. Die Beschuldigte sei ein unbeschriebenes Blatt, habe sich ausführlich eingelassen und ihrerseits gesagt, dass der junge Mann sehr aggressiv gewesen sei. „Aufgebracht waren wohl beide“, sagt Buick. Es gebe keinen Grund, den Angaben des Feuerwehrmannes mehr Glauben zu schenken als denen der Autofahrerin. Die habe beim Versuch, zu einem Termin zu kommen und das Wohngebiet zu verlassen, bereits an zwei Stellen wegen der Absperrungen drehen müssen.

Zu Auseinandersetzungen bei verkehrslenkenden Maßnahmen – insbesondere Straßensperrungen – kommt es immer wieder einmal, wenn der Alltag eng getaktet ist und die Nerven bei Autofahrern blank liegen. Da hagelt es dann schon einmal Vorwürfe von Schikane und Wichtigtuerei gegen die eingesetzten Feuerwehrkräfte. Einen Trend zu mangelnder Verkehrsdisziplin, renitenter gewordenen Autofahrern und Missachtung von Ordner-Anweisungen wollen weder Kaatz noch Buick noch Feuerwehr-Verantwortliche daraus ableiten. Bei Konflikten und Zoff an Absperrungen geht Kaatz von Einzelfällen aus, die schwer zu beziffern seien. Auch Buick spricht von eher seltenen Fällen.

„Erträgliches Maß an Beschimpfungen

Bei der Berufsfeuerwehr, die anders als die Freiwilligen Feuerwehren in der Regel keine Verkehrslenkung übernimmt, würden derartige Vorgänge nicht separat erfasst, sagt deren Sprecher Frank Gloth. Seit Jahren sei aber kein schwerer Fall hinterlegt worden. In der Regel würden sich die Autofahrer einsichtig zeigen, im Zweifelsfall erfolge eine Klärung durch die Polizei. Auch Göttingens Stadtbrandmeister Holger Lehrum spricht von Einzelfällen. Nichtsdestotrotz gebe es gerade bei der Deutschlandtour und der Tour d’Energie immer wieder Autofahrer, die die Maßnahmen nicht einsehen wollen. Dabei komme es auch bisweilen zu rabiatem Verhalten und Beschimpfungen – „allerdings in einem Maß, das noch erträglich ist“.

Von Kuno Mahnkopf

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