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Göttingen Feuerwehrzentrum Potzwenden steht zum Verkauf
Die Region Göttingen Feuerwehrzentrum Potzwenden steht zum Verkauf
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16:16 07.06.2019
Das Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren wird jährlich im Feuerwehrzentrum Potzwenden organisiert. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen/Potzwenden

Das Feuerwehrzentrum Potzwenden (FWZ) steht zum Verkauf. In der kommenden Woche soll es auf dem Immobilienmarkt angeboten werden. Zum 57. Mal wird dort in diesem Jahr das Jugendzeltlager der Feuerwehren im Landkreis Göttingen organisiert – vielleicht zum letzten Mal.

In einem Brief an Landrat Bernhard Reuter (SPD) und Bürgermeister im Landkreis Göttingen teilt der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV), Martin Willing mit: „Aufgrund der finanziellen Situation des FWZ Potzwenden sieht sich der Vorstand des KFV gezwungen, einen Verkauf der Immobilie herbei zu führen.” Angestrebt werde, so steht es in dem Schreiben, einen Käufer zu finden, der das Feuerwehrzentrum im Sinne der Feuerwehren, insbesondere der Jugendfeuerwehren fortführe. Vor allem die Fortsetzung der Jugendzeltlager und den Weiterbetrieb der sogenannten Wärmegewöhnungsanlage (WGA) wünscht sich der Verband.

Bis zu 800 Jugendlich im Zeltlager

In Potzwenden findet jährlich das große Jugendzeltlager der Feuerwehren statt. Noch vor 15 Jahren, so der Verband, waren es rund 800 junge Brandschützer, die dort einen Teil ihrer Ferien verbrachten. Heute seien es nur noch etwa 300. Auch der Seniorentag fand dort statt. Die WGA leiste laut Willing einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung der Feuerwehren. Dennoch: „Wir wollen nicht, wir müssen verkaufen”, sagt er.

Der Verband ist ein Verein. Die rückläufigen Zahlen der Lehrgangs-, Seminar- und Zeltlagerteilnehmer in Potzwenden führten zu rückläufigen Einnahmen. Personalkosten, Steuern, Versicherungen, Nebenkosten mussten dennoch bezahlt werden. Grundlegend ist es dem Verband untersagt, Gelder aus dem Vereinsvermögen zu nutzen, um den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu finanzieren. „Es kam in der Vergangenheit vor, dass kurzfristig Gelder dafür verwendet wurden, um Gehälter zahlen zu können. Dieses Vorgehen hatte das Finanzamt veranlasst, den KFV zu rügen, im Wiederholungsfall die Gemeinnützigkeit zu entziehen”, so steht es in dem Brief.

Geschäftsbetrieb „Zahlungsunfähig“

Bereits im vergangenen Jahr wurde mehrheitlich im Verband beschlossen, sich von dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb zu trennen, diesen aufzulösen und der wirtschaftlichen Mitarbeiterin eine Kündigung zum auszusprechen. Die Kreisverwaltung Göttingen sei umgehend informiert worden. Zum Ende des Jahres 2018 wurde der KFV dem Schreiben zufolge von weiteren Entwicklungen „überrascht”. Nämlich von einem undichten Dach, dessen Reparatur auf bis zu 41.000 Euro geschätzt wurde. Es folgte eine Nebenkostenabrechnung für das Jahr 2017 mit knapp 10.000 Euro.

„Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb ist jedoch mittlerweile zahlungsunfähig”, so das Schreiben des Verbandes. Gezahlt wurde aus Rücklagen, die für die Sanierung der Sanitäranlagen vorgesehen war. Die 50.000 Euro Rücklagen stammten aus einem Verkauf eines Teilgrundstückes an den Landkreis Göttingen im Jahr 2017.

Landkreis prüft neue FTZ

Außerdem ist auf dem Gelände die WGA untergebracht, die der KFV in Kooperation mit dem Feuerwehrverband Duderstadt-Eichsfeld (FV) betreibt. Diese WGA dient dazu, Gebäude- und Zimmerbrände bei extrem hohen Temperaturen zu trainieren. „Der Weiterbetrieb der WGA könnte nach dem Verkauf gefährdet sein”, so der Verband.

Auch die Kreisverwaltung besitzt ein Gebäude nebst Grundstück auf dem Gelände in Potzwenden. „Die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises in Potzwenden und die übrigen landkreiseigenen Räumlichkeiten werden unverändert genutzt”, teilt Sprecher Ulrich Lottmann auf Anfrage mit. In den den landkreiseigenen Räumen in Potzwenden werde weiter wie bisher Feuerwehrpersonal ausgebildet, so Lottmann. Allerdings stünden auch dort Investitionen an, ebenso wie in der feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) in Katzenstein. Deshalb prüfe der Landkreis mit einer Machbarkeitsstudie Optionen „für eine moderne, leistungsfähige FTZ”. Mit Ergebnissen ist im Spätherbst 2019 zu rechnen.

Von Britta Bielefeld

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