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Göttingen Prozess gegen Vermögensberater – Ermittler sagt aus
Die Region Göttingen Prozess gegen Vermögensberater – Ermittler sagt aus
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17:52 24.10.2019
Der Angeklagte soll sich 60.000 Euro erschlichen haben. Quelle: dpa
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Göttingen

In dem Betrugsprozess gegen einen 50-jährigen Vermögensberater aus Göttingen hat am Donnerstag ein inzwischen pensionierter Polizist über die damaligen Ermittlungen berichtet. Der 50-jährige Angeklagte muss sich seitEnde September wegen besonders schweren Betruges vor dem Landgericht Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vier Straftaten aus den Jahren 2015 und 2016 vor. Demnach soll der 50-Jährige als Verantwortlicher einer Investment-Gesellschaft unter Vorspiegelung falscher Umstände in drei Fällen von Kunden Depotübertragungen im Gesamtwert von rund 60.000 Euro erschlichen haben. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wurden die Wertpapiere rechtsgrundlos auf dessen eigene Investment-Gesellschaft übertragen. Außerdem soll der Angeklagte einen Kunden mit falschen Versprechen dazu bewegt haben, 100.000 Euro auf ein Gesellschaftskonto zu überweisen.

Der Finanzberater, der sich auf diversen Internet-Portalen unter anderem als Jurist, Vermögensmanager und „Reichenflüsterer“ ausgegeben hat, soll dem Kunden versprochen haben, das Geld würde mit einer Rendite von jährlich 5,5 Prozent in festverzinsliche Papiere renommierter Unternehmen angelegt. Tatsächlich sei das Geld jedoch für hochspekulative Finanzgeschäfte verwendet worden, heißt es in der Anklage. Der betreffende Kunde hatte die Summe etwa ein halbes Jahr später zurückerhalten. Zu diesem Zeitpunkt soll der 50-Jährige bereits gewusst haben, dass gegen ihn ein Ermittlungsverfahren läuft. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte bei seinen Taten gewerbsmäßig gehandelt und einen Vermögensverlust großen Ausmaßes herbeigeführt.

Depotübertragungen im Auftrag der Kunden

Zum Prozessauftakt hatte der Verteidiger im Namen seines Mandanten die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei dem Anlagemodell gehe es um den Erwerb von sogenannten Genussrechten. Allen Verträgen sei eine umfassende Beratung vorausgegangen, die Kunden seien sowohl über die Besonderheiten als auch über Risiken des Anlagemodells informiert worden. Die Depotübertragungen seien auch keineswegs rechtsgrundlos, sondern im Auftrag des Kunden erfolgt. Es sei auch „frei erfunden“, dass der Angeklagte die 100.000 Euro unter dem Druck der Ermittlungen zurückgezahlt habe. Vielmehr habe sein Mandant damit dem Wunsch des Kunden entsprochen.

Ermittlungen erfolgten Anfang 2016

Die Polizei hatte ihre Ermittlungen Anfang 2016 aufgenommen. Anlass sei eine Mitteilung der Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) in Hildesheim gewesen, dass es einen Geldwäscheverdacht gebe, sagte der ermittelnde Beamte. Es habe sich dann herausgestellt, dass insgesamt neun Depots von Kunden auf ein Konto der Investment-Gesellschaft des Angeklagten übertragen worden seien. Das Geld der einzelnen Kunden sei nicht separat angelegt, sondern auf ein einziges Konto „zusammengeschüttet“ worden. Aus den Unterlagen sei nicht ersichtlich gewesen, welche und wie viele Wertpapiere auf die einzelnen Kunden entfielen. „Das war ein Gesamtpaket, auf dem alles zusammengezogen war.“ Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt.

Von Heidi Niemann

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