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Göttingen Erste Eichhörnchen lernen Auswilderungsgehege kennen
Die Region Göttingen Erste Eichhörnchen lernen Auswilderungsgehege kennen
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22:13 28.03.2019
Eichhörnchen Otto ist am Donnerstag schon einmal zu Gast am Auswilderungsgehege am Kehr gewesen. In wenigen Wochen wird es dorthin umziehen. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Im Damwildgehege am Göttinger Stadtwald entsteht derzeit ein Auswilderungsgehege für verwaiste Eichhörnchen. Am Donnerstag sind in den Gehegen die ersten Kobel für den Eichhörnchen-Nachwuchs angebracht worden.

Die Idee zu den Gehegen hatte Jens Austinat, der sich ehrenamtlich um verwaiste Eichhörnchen kümmert. Sich verwaisten Eichhörnchen anzunehmen, dazu ist Austinat über seine Arbeit als Feuerwehrmann bei der Göttinger Berufsfeuerwehr gekommen, weil er im Dienst mit einem verwaisten Eichhörnchen zu tun hatte.

„Wir wussten nicht, wie wir damit umgehen sollen und da habe ich mich an den Eichhörnchen-Notruf gewandt“, berichtete Austinat. Von den dortigen Mitarbeitern habe er viele wertvolle Tipps erhalten. „Bislang mussten wir die Tiere zum Auswildern immer nach Sachsenhagen bei Hannover bringen“, erklärt Austinat. Deshalb habe er sich an die Verantwortlichen des Göttinger Stadtwaldes gewandt, um gemeinsam ein Konzept für ein Auswilderungsgehege zu erarbeiten, um die in Göttingen aufgezogenen Eichhörnchen auch vor Ort auswildern zu können.

Bei Fund den Notruf informieren

Die ersten beiden Eichhörnchen, die am Donnerstag zum ersten Mal ihr neues Zuhause kennenlernen durften, sind Otto und Oskar. Otto sei dabei ein Zufallsfund gewesen, denn eigentlich habe die Besitzerin eines in der Humboldallee geparkten Autos lediglich die Felgen kontrollieren wollen. Damit ein Findel-Eichhörnchen eine Überlebenschance habe, sei es wichtig, dass Finder ein paar Regeln einhalten.

Dazu gehöre unter anderem, dass man den Tieren nicht einfach etwas zu fressen oder trinken gebe. „Das einzige, was man versuchen kann, ob die Tiere etwas Wasser vom Finger schlecken wollen“, berichtet Austinat. Ansonsten sei es wichtig, die Tiere warm zu halten. Am besten sei es, wenn man ein Tier gefunden habe, sich an den Notruf zu wenden, da dort Nummern sowohl von Tierärzten als auch ehrenamtlichen Helfern hinterlegt sein.

Gemeinsam mit ihrer „Pflegemutter“ Yvonne Rickmann haben die Eichhörnchen Otto und Oskar das neue Gehege am Göttinger Kehr besucht.

Bis die Findel-Eichhörnchen ausgewildert werden können, sei es aber notwendig, sie zunächst zu Hause aufzupäppeln. „Um die Tiere wirklich in die Natur entlassen zu können, müssen sie in der Lage sein, selbstständig Nüsse knacken zu können“, sagt Austinat. Dies dauere zwischen zwölf und 14 Wochen. Um zu testen, ob die Tiere soweit sind Nüsse zu knacken werden ihnen angeknackte Nüsse als Futter angeboten, und wenn sie diese öffnen könnten, dann sei es soweit sie in die Natur entlassen zu können.

Kontakt zu Gleichaltrigen

Beim Bau der Kobel für die Gehege hatte das Team um Revierförster Henrik Müller Unterstützung von mehreren Kindern, die im Zuge des Zukunftstages, bei der Stadtförsterei zu Gast waren. Sie halfen nicht nur beim Zusammenbauen der Kobel, sondern suchten auch Füllmaterial für diese. „Das Füllmaterial werden wir aber auch im Gehege verteilen, sodass die Eichhörnchen sich ihre Schlafmöglichkeiten selbst gestalten können“, berichtet Austinat. Für den Eichhörnchennachwuchs sei im Auswilderungsgehe vor allem der Kontakt zu Gleichaltrigen wichtig, damit sie miteinander agieren können. Im Gehege sollen sie zudem die Möglichkeit haben sich im Klettern und Springen auszuprobieren.

Zweites Gehege für beeinträchtigte Tiere

Die eigentliche Auswilderung erfolge langsam, denn das Gehege verfügt über eine Schleuse, über die die Eichhörnchen ins Freie gelangen können. „Wie lange der Prozess des Asuwilderns dauert, ist unterschiedlich. Manche kommen noch über einen längeren Zeitraum zum Schlafen zurück und andere bleiben sofort über Nacht draußen“, sagt Austinat.

Außer dem Auswilderungsgehe entsteht derzeit auch ein zweites Gehege, in dem Eichhörnchen ein dauerhaftes Zuhause bekommen sollen, die aufgrund von Beeinträchtigungen in der Natur keine Überlebenschance haben.

Weiter lesen: Geburtsort Weserstadion: Eichhörnchen nach Werder-Stars benannt                 

Von Vera Wölk

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