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Göttingen Kontrollen gegen Fischwilderei
Die Region Göttingen Kontrollen gegen Fischwilderei
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00:33 09.06.2018
Ronald Ellermeyer ist Fischereiaufseher Oberweser. Quelle: Niklas Richter
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Hann. Münden/Göttingen

Nicht jeder darf sich einfach an einen Bach oder einen See stellen und angeln oder fischen. Damit dieses Verbot eingehalten wird, gibt es sogenannte Fischereiaufseher.

Einer von ihnen ist Ronald Ellermeyer. Als Mitglied der Fischereigenossenschaft Hann. Münden hat er die Aufsicht über knapp 45 Flusskilometer entlang von Werra, Fulda und Weser hinunter bis nach Bad Karlshafen. Wie andere Fischereiaufseher auch ist er berechtigt, Angler und deren Fischereierlaubnisse zu kontrollieren. Dazu fährt er in unregelmäßigen Abständen die Flussstrecke ab.

Das soll aber mit Augenmaß geschehen. „Sheriffs können wir dafür nicht gebrauchen“, sagt Ronald Schminke, seit April Chef der Fischereigenossenschaft Münden: „Die sollen nicht wie Django herumlaufen.“

Fachwissen unerlässlich

Aber die Angelscheine sollen sie schon kontrollieren, meint Ellermeyer. Dazu ist Fachwissen vonnöten, denn die Angelscheine gibt es in unterschiedlichen Klassen. Bei der Kontrolle muss der Fischereiaufseher sich zu erkennen geben und sich auf Verlangen ausweisen: Zu seiner Legitimation besitzt der Fischereiaufseher einen Lichtbildausweis und ein Ausweisschild, deren Kontrollnummern übereinstimmen müssen. Neben der Kontrolle der Fischereiberechtigung muss der Fischereiaufseher auch die Einhaltung der Fangbeschränkungen, insbesondere Schonzeiten und Mindestmaße wie auch die Einhaltung der allgemein geltenden tierschutzrechtlichen Vorschriften überwachen.

Wer kontrolliert wird, muss Rede und Auskunft stehen und darf sich nicht entfernen. Führer von Fischerfahrzeugen – auch beispielsweise Ruderboote müssen auf Anruf stoppen, bis der Fischereiaufseher die Weiterfahrt erlaubt. Der Fischereiaufseher hat das Recht, an Bord gelassen zu werden und muss nach Abschluss der Kontrolle wieder an Land gebracht werden.

Zusätzlich Fischereierlaubnisschein

Der gesetzliche Hintergrund: Wer an niedersächsischen Gewässern fischen möchte, benötigt einen Fischereischein. Die Fischereischeine werden von der jeweiligen Gemeinde des Hauptwohnsitzes ausgestellt. Wer an einem Gewässer, an dem er nicht Fischereiberechtigter ist, Fische fängt, muss außer dem Fischereischein zusätzlich einen Fischereierlaubnisschein bei sich führen.

Diese Berechtigung wird von dem jeweiligen Fischereiberechtigten oder Fischereipächter ausgestellt. Hintergrund: Das Fischereirecht steht dem jeweiligen Eigentümer des Gewässers zu, es sei denn, im Wasser- oder Grundbuch sind andere Rechte eingetragen.

Um eine regelmäßige Hege und Pflege und eine systematische Bewirtschaftung zu gewährleisten, werden die Fischgewässer zu größeren Wirtschaftseinheiten, den Fischereibezirken, zusammengefasst, erklärt der Landkreis.

Vier Fischereigenossenschaften

Die Fischereiberechtigten innerhalb eines Fischereibezirks bilden eine Fischereigenossenschaft. Die Mitglieder sind im Verhältnis der Größe der Gewässerflächen, an den Nutzen und Lasten der Genossenschaft beteiligt. Der Fischereiberechtigte kann die Fischerei verpachten. Dieser Pachtvertrag muss allerdings durch die untere Fischereibehörde genehmigt werden, erst dann ist er wirksam.

Im Landkreis Göttingen gibt es vier Fischereigenossenschaften. Dabei stehen die Fischereigenossenschaften Göttingen/Northeim und Münden unter der Rechtsaufsicht des Landkreises Göttingen. Aufsichtsbehörde für die Fischereigenossenschaften Rhume und Schwülme ist der Landkreis Northeim.

Bei so viel Vorschriften und Gesetzen, sagt Ellermeyer, ist seine Tätigkeit so gut wie immer völlig entspannt. An richtigen Ärger kann sich der Mündener Fischereiaufseher nicht erinnern.

Von Matthias Heinzel

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