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Göttingen Weiches Wasser für Bovenden
Die Region Göttingen Weiches Wasser für Bovenden
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12:15 24.09.2018
Der Flecken Bovenden bekommt ab dem 1. Oktober 2018 weiches Wasser. Quelle: dpa
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Bovenden

 Jetzt also doch. Der Flecken Bovenden bekommt ab dem 1. Oktober 2018 weiches Wasser von den Gemeindewerken Bovenden. Dies stammt zu 80 Prozent aus den Talsperren des Harzes, 20 Prozent kommen aus Göttingen.

20 Grad deutscher Härte weist das Bovender Trinkwasser bislang auf, nach der Umstellung werden es knapp sieben Grad sein. Die Gemeindewerke Bovenden bleiben auch weiterhin für die Wasserversorgung im Flecken zuständig, bezogen wird das künftige Trinkwasser dann von den Stadtwerken Göttingen.

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An der Station Weendespring erfolgt die Einspeisung des gelieferten Trinkwassers. Damit alle Haushalte und Unternehmen in den acht Ortsteilen des Fleckens mit dem wertvollen Gut versorgt werden, dafür sind die Mitarbeiter der Gemeindewerke Bovenden zuständig.

Bürgerbefragung

Im Vorfeld dieser Umstellung hatte es am 24. September 2017, dem Tag der Bundestagswahl, unter den 11 500 Einwohnern des Fleckens eine Bürgerbefragung gegeben. Dazu aufgerufen waren Personen, die das 14. Lebensjahr vollendet hatten und seit mindestens drei Monaten im Flecken Bovenden ansässig waren. 54,7 Prozent stimmten für die Umstellung auf weiches Wasser. Sowohl der Gemeinderat des Flecken Bovenden als auch der Aufsichtsrat der Gemeindewerke Bovenden schlossen sich dem Votum der Bewohner an. Kurze Zeit später, nämlich bereits Mitte Januar, wurde der Vertrag über den Bezug von Göttinger Wasser unterschrieben.

Um am 1. Oktober auch einen reibungslosen Übergang von hart auf weich zu gewährleisten, waren viele Vorarbeiten nötig, um alle Wasserversorgungsanlagen der Gemeindewerke Bovenden auf die Umstellung vorzubereiten. Nach Aussagen der Gemeindewerke Geschäftsführer Frank Berlin und Lutz Kiefer seien die umfassenden Arbeiten nun erfolgreich abgeschlossen worden.

Um die Bürger entsprechend in Zusammenhang mit der Wasserumstellung zu informieren, haben die Gemeindewerke ein Informationsblatt herausgegeben. Darin sind Antworten auf die wichtigsten Fragen zu finden. Und auch im Mitteilungsblatt „Bovenden aktuell“ findet sich in der September-Ausgabe Info-Material, wie auch im Netz unter gemeindewerke-bovenden.de Wissenswertes.

Die Umstellung auf weiches Wasser bringt für den Verbraucher eine Preissteigerung mit sich. Pro Kubikmeter beläuft sie sich auf 0,40 Euro inklusive sieben Prozent Mehrwertsteuer. Aus dieser Rechnung ergibt sich ein Arbeitspreis pro Kubikmeter Frischwasser von 1,92 Euro brutto statt 1,52. Die Grundpreise bleiben unverändert bestehen. Mit der Umstellung tritt auch die neue Preisregel in Kraft.

Studien belegen Einsparungen

Nicht jedem Kunden wird diese Preiserhöhung schmecken, doch Gemeindewerke-Geschäftsführer Lutz Kiefer verweist im Zusammenhang mit den Mehraufwendungen auf veröffentlichte Studien. In diesen ist belegt, dass es durch weiches Wasser Einsparungen bei der Dosierung von Wasch- und Reinigungsmitteln gibt. Und auch die Einsparung beim Energieverbrauch für die Wassererwärmung könnte in mindestens gleicher Höhe wie die Preissteigerung erzielt werden.

Ziemlich unglücklich ist Jutta Nolte aus Lenglern, dass sie jetzt demnächst weiches Wasser bekommen soll. „Ich stehe der Sache sehr skeptisch gegenüber. Es war eine knappe Entscheidung, und man muss sie akzeptieren. Aber was mich geärgert hat, ist die Tatsache, dass man die Nano-Technologie gar nicht erst in Betracht gezogen hat. Und zum anderen finde ich es nicht gut, wenn man etwas Eigenes hat, muss man sich doch nicht von anderen abhängig machen“, hat Nolte eine sehr klare Meinung.

Sehr glücklich über die Umstellung ist hingegen Sabine Heinze aus Bovenden. Die Zeit der verkalkten Duschköpfe ist bald endgültig vorbei. „Es hat mich immer angenervt, wenn man Haushaltsgeräte und Duschköpfe ständig entkalken musste. Tee und Kaffee schmecken auch nicht wirklich gut“, erzählt sie. Heinze und ihre Familie haben sich jetzt schon einige Jahre lang mit einer Umkehrosmose-Anlage beholfen. „Die ist jetzt bald überflüssig“, freut sie sich.

Im Flecken Bovenden versorgen die Gemeindewerke Bovenden alle Ortsteile mit Trinkwasser. Die Gemeinde besteht aus dem Kernort Bovenden und den Ortsteilen Billingshausen, Eddigehausen, Emmenhausen, Harste, Lenglern, Reyershausen und Spanbeck. Die Grundlagen für eine zentrale Wasserversorgung wurden in einigen Ortsteilen bereits Anfang des 20. Jahrhunderts gelegt. Dagegen erhielt der Kernort erst relativ spät, nämlich im Jahr 1953 ein eigenes Wasserrohrnetz.

Auf einer Fläche von 60 Quadratkilometern ist im Flecken nach und nach ein Rohrleitungsnetz auf eine Länge von knapp 190 Kilometer gewachsen. Zu den wichtigen Wasserversorgungsanlagen der Gemeindewerke Bovenden gehören neun Hochbehälter mit einem Speichervolumen von 5,6 Millionen Liter Trinkwasser sowie drei Druckerhöhungsstationen. Über aktuell 4 560 Abnahmestellen liefern die Gemeindewerke im Jahr rund 600 000 Kubikmeter Trinkwasser an über 140 00 Menschen sowie Unternehmen und sonstige Einrichtungen.

Von Vicki Schwarze

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