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Göttingen Flitzer bei der „kleinen Formel 1“
Die Region Göttingen Flitzer bei der „kleinen Formel 1“
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06:18 21.03.2012
Genauigkeit und Konzentration: Sascha Speck (rechts) verbessert zwischen den Finalläufen sein Modellauto.
Genauigkeit und Konzentration: Sascha Speck (rechts) verbessert zwischen den Finalläufen sein Modellauto. Quelle: Heller
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Göttingen

Der 27-jährige Speck hat noch wenige Minuten bis zum Finale, vor ihm auf dem Tisch liegt sein Modellauto – beziehungsweise vielmehr das, was ohne Karosserie davon zu sehen ist. „Modellautofahren ist ein komplexes, teures Hobby“, sagt er mit Blick auf den Tisch: Neben dem Chassis sind mehrere Schraubschlüssel, eine Ladestation für den Akku, Plastikboxen mit etlichen Schrauben, Muttern und Kleinteilen, selbst Heizkissen für die Reifen sind dabei. „Es ist schon eine kleine Formel 1“.

Mit viel Akribie und Konzentration versuchen die anderen Teilnehmer in der Funsporthalle in Geismar noch kurz vor dem Rennen ihre Wagen zu verbessern. Fast 100 Fahrer sind bei der ersten Deutschen Meisterschaft in Norddeutschland dabei, die ausgetragen wird von Specks Verein, dem Radio Controled Car Team Münden.

Der Unterschied liegt in den Motorenleistungen

Das ganze Wochenende über flitzen die kleinen Modellautos über den grauen Teppich der 93 Meter langen Rennstrecke. In drei Kategorien wurden am Ende die Deutschen Meister ermittelt: In der Hobby-, Sport- und der Modified-Klasse. „Der Unterschied liegt in den Motorenleistungen der Wagen“, erklärt Speck. „Bei der Hobbyklasse sind die Motorenleistung und der Fahrtenregler vorgeschrieben, in der Modified-Klasse ist jeder Motor erlaubt.“

Am Wochenende fand die Deutsche Meisterschaft für Funkferngesteuerte Modellautos statt.

Wenige Minuten später wischt er noch einmal kurz über die weiße Verkleidung des Wagens, „um Rempelspuren zu entfernen“, dann geht Speck Richtung Fahrerpodest. Es ist der zweite von insgesamt drei Finalläufen der Hobby-Klasse. „Mein Ziel waren die Top 10, dass habe ich mit dem Finale schon geschafft“, sagt der Industriemechatroniker. „Aber aufs Treppchen zu kommen wird sehr schwer.“

Nur ganz knapp

Oben, vom erhöhten Podest, blickt Speck dann konzentriert auf seinen weißen Wagen mit der Startnummer 14. Locker hält er die Fernsteuerung in der Hand, er stoppt das Modellauto genau vor der weißen Kreidelinie auf der Startpositionen Vier. Wenige Sekunden später ertönt das Startsignal, die Rennwagen geben Gas. Ein schneller Start von allen Beteiligten – nur halt ohne Reifengequietsche, Qualm und  Motorenlärm. Den Sprung aufs Treppchen verfehlt Speck dann nur ganz knapp – er landet am Ende der Deutschen Meisterschaft auf Platz Vier.

Von Christopher Piltz

Ergebnisse

Hobby-Klasse:
Majuran Tharmalingam (Adenau) siegt vor Markus Kreder (Walsum) und Thomas Oehler (Burgdorf)
Sport-Klasse:
Daniel Wolgemuth (Althengstett) belegt den ersten Platz, es folgen Valentin Hettrich (Strohgäu) und Tobias Vogel (Strohgäu)
Modified-Klasse:
Erster wird Ronald Völker (Goldstein), es folgen Frederik Südhoff (Rheda-Wiedenbrück) und Dominik Fleischmann (Ingolstadt).