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Göttingen Das ist der Neubau der Forstlichen Versuchsanstalt
Die Region Göttingen Das ist der Neubau der Forstlichen Versuchsanstalt
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00:22 29.04.2019
Das neue Gebäude III hat 6,6 Millionen Euro gekostet und wurde zu 100 Prozent vom Land Niedersachsen finanziert. Quelle: Markus Riese
Göttingen

Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (NW-FVA) hat auf ihrer Liegenschaft an der Grätzelstraße den Neubau des Gebäudes III eingeweiht. Das 6,6 Millionen Euro teure, komplett vom Land Niedersachsen finanzierte Gebäude ersetzt ein 2017 abgerissenes Haus, in dem bereits 2012 erhebliche Schäden im Kellergeschoss festgestellt worden waren.

Abteilungen zeitweise heimatlos

„Mit dem neuen Haus hat das Gebäudeensemble ein ganz neues Gesicht bekommen – ein sehr schönes“, befand Barbara Otte-Kinast (CDU), niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in ihrem Grußwort während eines Festaktes am Freitag. Nach der Feststellung der massiven Mängel am Altbau sei 2013 die Entscheidung für einen Neubau gefallen. Die sechsjährige Planungs- und Bauphase sei vor allem für die Mitarbeiter eine „unruhige Zeit“ gewesen, weil diese viel hätten improvisieren müssen. Die Abteilungen Waldschutz und Umweltkontrolle seien zeitweise heimatlos gewesen – doch nun stehe ihnen ein „echtes Aushängeschild“ zur Verfügung. Vom 6. Mai an sollen sie nach und nach das neue Gebäude beziehen. „Wir haben hier einen ökologischen und energetischen Vorzeigebau“, zeigte sich die Ministerin begeistert.

Heinz-Werner Streletzki, Barbara Otte-Kinast und Hermann Spellmann vor dem Neubau. Quelle: r

Genau das sei auch der Anspruch gewesen, wie Prof. Hermann Spellmann, Direktor der NW-FVA, bei seiner Festrede näher erläuterte. Deshalb sei der Neubau in Holzständer-Bauweise entstanden. Auch beim Innenausbau sei viel Holz verwendet worden, und darüber hinaus sorge eine Holzpellet-Heizung für Wärme. Spellmann zeigte in einer Präsentation Fotos von den verschiedenen Bauphasen. Zudem verdeutlichte er, dass schon die Planung nicht einfach gewesen sei. „Durch den extrem schwierigen Baugrund mussten zunächst 60 Betonpfähle zwölf Meter tief in die Erde gesetzt werden“, erklärte er. Ein anderes Beispiel: Beim Bau der Labors sei es darum gegangen, die Standards der Sicherheitsstufe 2 der sogenannten Biostoffverordnung einzuhalten – und zwar hinsichtlich der Explosionsgefährdung, der Chemikaliensicherheit und des Umgangs mit Pflanzenschutzmitteln. Die Herausforderungen hätten schon mit dem Abriss des alten Gebäudes begonnen, der aber – wie alles andere – „vorbildlich“ abgelaufen sei.

50 Firmen am Bau beteiligt

„Etwa 50 Beschäftigte können künftig in den neuen Büro- und Laborräumen arbeiten“, erklärte der leitende Baudirektor Marcus Rogge, gleichzeitig Leiter des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen. Er erläuterte auch, dass in den Gesamt-Investitionskosten bereits 1,2 Millionen Euro Baunebenkosten enthalten seien, ebenso die Neugestaltung der Außenanlagen. Insgesamt seien rund 50 Firmen am Bau beteiligt gewesen, die meisten von ihnen aus der Region. Am Ende seiner Ansprache übergab Rogge einen symbolischen Schlüssel – passenderweise aus Holz – an Spellmann und Otte-Kinast.

„Der akute bauliche Notfall hat sich in kurzer Zeit zum Glücksfall gewendet“, beschrieb die Ministerin ihre Eindrücke. Alle Beteiligten hätten „kräftig an einem Strang gezogen“, weshalb sowohl der ehrgeizige Zeitplan als auch der gesteckte Kostenrahmen habe eingehalten werden können. Mit dem neuen Gebäude sei die NW-FVA nun bestens für die Zukunft gerüstet. Dies betonten auch Staatssekretär Ralf-Peter Weber vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt und Heinz-Werner Streletzki, Referatsleiter im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, bei ihren Grußworten.

Barbara Otte-Kinast, Marcus Rogge (Mitte) und Hermann Spellmann bei der symbolischen Schlüsselübergabe. Quelle: Markus Riese

Ein Viertel der deutschen Waldfläche

Die NW-FVA wurde 2006 als Behörde für mehrere Bundesländer gegründet und ist ein international renommiertes Forschungszentrum. Sie ist für die Wälder aller Waldbesitzarten in Niedersachsen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein zentrale und gemeinsam finanzierte Forschungs- und Beratungsstelle. In bislang vier Abteilungen werden praxisorientierte Anbau-, Pflege-, Nutzungs- und Naturschutzkonzepte erarbeitet und die wissenschaftlichen Grundlagen hierfür erforscht. Die NW-FVA unterhält zahlreiche Versuchs- und Monitoringflächen, die auch der langfristigen Überwachung des Wald- und Bodenzustandes dienen. Mit 2,7 Millionen Hektar betreut die NW-FVA ein Viertel der deutschen Waldfläche.

Das neue Gebäude III hat 6,6 Millionen Euro gekostet und wurde zu 100 Prozent vom Land Niedersachsen finanziert. Quelle: Markus Riese

Von Markus Riese

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