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Göttingen Austiegszeit zu kurz: Göttingerin fährt unfreiwillig bis Kassel weiter
Die Region Göttingen Austiegszeit zu kurz: Göttingerin fährt unfreiwillig bis Kassel weiter
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00:23 10.06.2019
Regulär stehen in Göttingen für Reisende mit dem ICE zwei Minuten zum Aus- und Einsteigen zur Verfügung. Hat der Zug Verspätung, kann die Zeit auf eine Minute gedrückt werden. Quelle: Meinhard
Göttingen

Tagtäglich warten auf Deutschlands Bahnsteigen Tausende Fahrgäste auf die Ankunft beziehungsweise auf die Abfahrt ihres Zuges. Manchmal sehnsüchtig, manchmal verärgert, weil sich der Zug verspätet. Eine gänzlich unfreiwillige Zugfahrt hat jetzt Tageblatt-Leserin Uta Engelhardt erlebt. Dabei wollte sie nur ihrer Tochter und ihrer kleinen Enkelin helfen, einen Platz im ICE zu finden. Schließlich hatten beide auch Gepäck dabei, das verstaut werden musste.

„Ich habe mich beeilt, kam dann aber nicht schnell genug aus dem Zug, weil eine Rollstuhlfahrerin, die aussteigen sollte, den Weg versperrte“, schildert die Leserin die Situation. Beide mussten wohl oder übel bis Kassel mitfahren und seien nicht die Einzigen gewesen, die mal eben auf ungeplante Stippvisite ins Hessische kamen. Die Ein- und Ausstiegszeit sei von den Zugbegleitern auf eine Minute reduziert worden, weil der Zug Verspätungszeit aufzuholen hatte, berichtet Engelhardt weiter. Das sei üblich, habe es im Zug vom Personal geheißen. Zahlen mussten die unfreiwilligen Fahrgäste für ihre Kasselfahrt allerdings nichts.

Regulär sind zwei Minuten Haltezeit vorgesehen

Eine Bahnsprecherin geht gegenüber dem Tageblatt von einem Einzelfall aus. Für Abfahrten in Göttingen seien regulär zwei Minuten Haltezeit vorgesehen. Allerdings sei es möglich, diese Zeit auf eine Minute zu verkürzen, um eventuelle Verspätungen auszugleichen. Maßgeblich für die Abfertigung des Zuges sei jedoch immer der Fahrgastwechsel. „Stellt die Zugbegleiterin oder der Zugbegleiter fest, dass noch Fahrgäste aus- oder zusteigen wollen, werden die Kollegen mit dem Abfertigungsprozess entsprechend warten“, versichert die Sprecherin. Dazu müssten die Bahn-Mitarbeiter allerdings erkennen können, dass Fahrgäste noch aus- oder zusteigen wollen. „Wenn sich ein Reisender noch im Zug und noch nicht erkennbar im Türbereich befindet, ist der Ausstiegswunsch von unseren Kollegen am Zug sicherlich nicht erkennbar“, schätzt die Sprecherin ein.

Zugbegleiter geben das Abfahrtsignal

In der tagtäglichen Praxis würde es ihres Wissens nach kaum dazu kommen, dass jemand nicht mehr ein- oder aussteigen kann, weil die Türen zugehen. Kein Lokführer setze die Fahrt automatisch nach einer vorgegebenen Zeit einfach fort. Der Zugbegleiter signalisiere vor der Abfahrt mit der orangefarbenen Meldescheibe (bei Dunkelheit mit einer weißleuchtenden Handleuchte), dass die Außentüren geschlossen sind und sich keine Personen oder Gegenstände mehr im Türbereich befinden. Erst wenn dieses Signal gegeben wurde, melde der Zugchef dem Lokführer, dass der Zug abfahren kann.

Die Bahn will immer pünktlicher werden

Die DB habe eine Vielzahl von Maßnahmen entwickelt, die die Pünktlichkeit der Züge verbessern, hebt die Bahn-Sprecherin hervor. Im Programm „Agenda für eine bessere Bahn“ seien diese Schritte zusammengefasst. Detailliertere Informationen zur „Agenda für eine bessere Bahn“ finden sich im Internet. Dort heißt es unter anderem: „Im Durchschnitt erhöht sich die Pünktlichkeit des DB-Fernverkehrs im Jahr 2019 um 1,6 Prozentpunkte auf 76,5 Prozent.“

Von Ulrich Meinhard

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