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Göttingen Frauen-Notruf Göttingen vor 25 Jahren ins Leben gerufen
Die Region Göttingen Frauen-Notruf Göttingen vor 25 Jahren ins Leben gerufen
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00:17 20.09.2013
Das Team vom Frauen-Notruf Göttingen engagiert sich für gewaltbetroffene Frauen und Kinder: (von links, hinten) Kari von der Behrens, Katrin Hille, Claudia Meise, Ute Zillig, Maren Kolshorn, (vorne) Kathrin Helbig, Ulrike Brockhaus und Imke Herlyn. Quelle: EF
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Göttingen

Die vier Studentinnen stellten die Grundpfeiler auf, die für das heutige Team noch gelten: Unterstützung für Betroffene von sexueller Gewalt, Fortbildung, Prävention und Vernetzung. Grundlage ist ein feministischen Gesellschaftsverständnis, das sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder nicht als individuelles Problem begreift, sondern als „ein in unserer Gesellschaft fest verankertes Machtphänomen“. Oft seien die Täter keine Fremden, „sondern normale Ehemänner, Väter, Freunde...“.

Die Arbeit habe sich stark verändert, erklärt das Göttinger Team. Sie sei vielseitiger und professioneller geworden. In den Anfangsjahren habe es kaum Wissen über sexuelle Gewalt gegeben, keine Beratungs- oder Präventionskonzepte. Die Notruf-Frauen entwickelten vieles selbst und tauschten sich bundesweit mit anderen aus. So hätten sie dazu beigetragen, dass die Versorgungslandschaft heute anders aussehe: Geblieben sei der Grundsatz der schnellen und kostenlosen Hilfe.

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2000 Beratungen und 800 Zusatzgespräche

952 gewaltbetroffene Frauen, Mädchen und Jungen sowie Bezugspersonen nahmen diese Hilfe 2012 in Anspruch, berichten die Frauen vom Göttinger Notruf. Zur Bewältigung von Problemen in Zusammenhang mit sexueller oder häuslicher Gewalt seien 2000 Beratungen und etwa 800 Zusatzgespräche mit Rechtsanwälten, Therapeuten oder Ämtern unternommen worden.

Eine regionale Versorgungslücke schloss der Verein 2009 mit der Gründung der Kinder- und Jugendberatungsstelle Phoenix. Fast einzigartig sei diese Verbindung, sagt Diplom-Psychologin Maren Kolshorn.  Bei Bedarf helfe ein männlicher Psychologe. Das Internet mit seinen Möglichkeiten zum Mobbing und Stalking nennt sie als neue Problembereiche. „Wir wissen, dass Menschen mit Behinderungen im verstärkten Maß von sexueller Gewalt betroffen sind. Aber es gibt kaum spezifische Hilfsangebote.“ Auch für sie will sich der Göttinger Notruf engagieren.

Von Ute Lawrenz