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Göttingen Frauen-Notruf und Pro Familia kritisieren Sparpaket
Die Region Göttingen Frauen-Notruf und Pro Familia kritisieren Sparpaket
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20:11 07.03.2012
Furcht vor Kürzung: Beratungsstelle „Pro Familia“.
Furcht vor Kürzung: Beratungsstelle „Pro Familia“. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Große Brocken von dieser Summe entfallen auf Stellen- und Dienstleistungskürzungen in der Verwaltung. So soll das Angebot im Versicherungsamt eingeschränkt werden (72 000 Euro) und die Verwaltung von Unterkünften für Wohnungslose neu organisiert werden (43 000 Euro). Außerdem soll die Finanzhilfe für die Beschäftigungsförderung Göttingen (120 000 Euro) zurückgefahren und der Fonds für Ausbildungs- und Beschäftigungsprojekte abgeschmolzen werden (30 000 Euro).

Daneben wird jedoch auch bei sozialen Einrichtungen gestrichen. So soll ein Sammeltopf, aus dem eine Reihe von sozialen Einrichtungen gefördert wird, von 125 000 auf 105 000 Euro gekürzt werden. Patrick Humke (Linke) kritisierte, schon die bisherige Summe sei nicht auskömmlich gewesen. Er bemängelte auch, dass die Stadt die Ausgaben für die Sozialcard, mit der Hartz-IV-Empfänger Kultur- und Sportangebote günstiger nutzen können, um 30 000 auf dann 30 000 Euro kürzen will. Die Verwaltung gibt zur Begründung an, dass mehr Geld in den Vorjahren nicht gebraucht worden sei. Humke fordert stattdessen, die Sozialcard attraktiver zu machen und den Ansatz zu erhöhen.

Die intensivsten Diskussionen gab es um die geplanten Zuschuss-Kürzungen bei Pro Familia (26 600 Euro) und beim Frauen-Notruf (13 500 Euro). In beiden Fällen sieht die Stadt das Land in der Pflicht, diesen Teil des jeweiligen Gesamtbudgets der Einrichtungen zu übernehmen. Diese sehen dadurch jedoch ihre Finanzierung und damit Beratungsaufgaben gefährdet. Wichtige Angebote im Bereich von Schutz und Beratung von Kindern, Jugendlichen und Frauen seien so bedroht.

Von Jörn Barke