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Göttingen Frauen mit Nacktfotos erpresst: Cybercrime-Spezialisten nehmen Internet-Gigolo fest
Die Region Göttingen Frauen mit Nacktfotos erpresst: Cybercrime-Spezialisten nehmen Internet-Gigolo fest
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15:00 06.12.2019
Über das Internet hat ein 48-Jähriger Frauen erpresst. (Symbolbild) Quelle: www.imago-images.de
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Göttingen/Salzgitter

Spezialermittler der Polizei haben einen 48-jährigen mutmaßlichen Online-Erpresser aus Krefeld verhaftet, der mehrere Dutzend Frauen mit kompromittierenden Fotos erpresst haben soll. Anlass für die Ermittlungen sei der Fall einer 43-jährigen Frau aus dem Raum Salzgitter gewesen, teilte der Sprecher der Zentralstelle Internet- und Computerkriminalität der Staatsanwaltschaft Göttingen, Ehsan Kangarani, mit.

Die Frau hatte einer Internet-Bekanntschaft 4000 Euro überwiesen, weil dieser damit gedroht hatte, Nacktfotos von ihr auf Facebook zu veröffentlichen. Als er erneut Geld forderte, wandte sie sich an die Polizei. Innerhalb einer Woche habe das Cybercrime-Team der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel durch akribische Ermittlungen den Erpresser identifiziert und ausfindig gemacht, sagte Kangarani. Am Dienstag sei dann der vom Amtsgericht Göttingen erlassene Haftbefehl vollstreckt worden. Der 48-Jährige sitzt nun wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

„Online-Gigolo“

Den Ermittlungen der Polizei zufolge soll der 48-Jährige als eine Art „Online-Gigolo“ agiert haben. Er habe über die Internetplattform Facebook gezielt Kontakte zu alleinstehenden Frauen angebahnt und ihnen mit entsprechenden Fotos vorgegaukelt, ein Leben im Luxus zu führen. Tatsächlich sei er erwerbslos. Er habe die Frauen über seine Identität getäuscht und ihnen vorgespielt, ein ernsthaftes Interesse an einer Liebesbeziehung zu haben. Auf diese Weise habe er sie dazu gebracht, ihm sehr persönliche und teilweise auch intime Bilder zuzusenden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war die 43-Jährige, obwohl sie die Chat-Bekanntschaft noch nie persönlich getroffen hatte, diesem Wunsch gefolgt. Nachdem der 48-Jährige die Fotos erhalten hatte, drängte er sie dazu, ihm mit Geld auszuhelfen. Als sie hierauf nicht einging, habe er ihr gedroht, ihren Angehörigen und Bekannten die kompromittierenden Bilder zukommen zu lassen. Aus Angst und Scham habe sie ihm dann 4000 Euro überwiesen. Als er mehr Geld forderte, schaltete sie die Polizei ein.

Fälle von „Love Scam“

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 48-Jährige auch mehrere Dutzend weitere Frauen mit dieser Masche zu erpressen versucht hat. Bei der Zentralstelle für Internetkriminalität der Staatsanwaltschaft Göttingen sind daneben auch diverse andere Fälle von so genanntem „Love Scam“ anhängig. Bei dieser Form der Internet-Kriminalität nutzen Betrüger Partnerschaftsbörsen und andere Internet-Plattformen zur Anbahnung von Kontakten.

Mit attraktiven Fotos, die häufig aus dem Internet geklaut sind, und vermeintlichen beeindruckenden Lebensgeschichten wecken sie das Interesse ihrer Chat-Kontakte. Die Täter suggerieren ihrem Opfer, sie hätten sich verliebt. Später erzählen sie dann eine Geschichte über eine angebliche plötzliche Notlage. Mit psychologischem Geschick bringen sie ihre Opfer dazu, ihren vermeintlichen Verehrer finanziell zu unterstützen.

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Von Heidi Niemann

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