Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Frauenkopf-Attrappe aus Göttingen: Wo kommt sie her?
Die Region Göttingen Frauenkopf-Attrappe aus Göttingen: Wo kommt sie her?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:54 30.05.2019
Eine Frauenkopf-Attrappe sorgt für Verwunderung. R
Göttingen

Ein abgetrennter Frauenkopf, blutverschmiert – eine gruselige Attrappe hat für Schrecken und Verwunderung bei Göttinger Passanten und der Polizei gesorgt. Einen Tag, nachdem die Polizei den Fund öffentlich gemacht hat, ist die Herkunft der Frauenkopf-Attrappe noch immer unklar.

Ein Göttinger Pärchen hatte die Attrappe am Donnerstagabend gefunden. Die Stundenten seien auf dem Stadtwall spazieren gewesen, als sie die täuschend echte Nachbildung auf einer Grünfläche zwischen der Nikolai- und der Kurzen-Geismar-Straße entdeckten. „Ich habe erstmal nur Haare gesehen“, sagt Finderin Annika Albert. „Zuerst hatte ich schon Angst, dass es ein echter Kopf ist.“ Aber Neugier und Aufregung waren größer als die Furcht, so dass sie mit ihrem Freund genauer hinsah. „Als wir dann näher kamen, wurde klar: Der Kopf ist bemalt und kann nicht echt sein“, erzählt Albert.

Gruselig. Frauenkopf-Attrappe Quelle: Polizei

Wohin mit dem Kopf?

Was tun mit einem abgetrennten Frauenkopf? Auch wenn dieser nicht echt war: Die beiden Finder zögerten. „Wir wollten ihn nicht liegenlassen, weil ja auch Kinder ihn hätten finden können“, sagt Albert. Einfach wegschmeißen? Nicht nur aus praktischen Gründen schwierig, wie Albert und ihr Freund feststellen – denn öffentliche Mülleimer haben meist nur eine kleine Öffnung, durch die kein Kopf passt. „Es muss aber auch sehr gruselig sein, wenn man den Kopf in einem Mülleimer entdeckt“, sagt Albert. Deshalb entschied sich das Pärchen, die Polizei zu informieren.

Dass der Kopf zufällig auf dem Rasen gelandet ist, glaubt die Finderin nicht. „Der fällt einem ja nicht einfach aus der Tasche“, sagt Albert. Sie glaubt an einen makabren Scherz. „Es ist eine kunstvolle Arbeit. Wer den Kopf gemacht hat, wird ihn sicher wiederhaben wollen“, sagt die Finderin.

Interview mit dem NDR: Annika Albert hat die Frauenkopf-Attrappe gemeinsam mit ihrem Freund auf dem Göttinger Stadtwall entdeckt. Quelle: r

Ein Requisit aus dem Theater?

„Von uns stammt er definitiv nicht“, sagt Ilka Daerr vom Deutschen Theater Göttingen. „Unsere Requisiten sind unter Verschluss und vollständig.“ Zwar komme es immer mal wieder vor, dass die Attrappe eines Kopfes auf der Bühne zum Einsatz komme. Etwa, wenn eine Figur geköpft werde, wie im aktuellen Stück Macbeth, in dem einer der Diener seinen Kopf verliere. Selten sei allerdings, dass diese Rollen weiblich seien. „Es sind meistens Männerfiguren, die ihren Kopf verlieren“, sagt Daerr. „Der Fund ist schon ungewöhnlich.“

Auch das Junge Theater in Göttingen vermisst keinen Kopf in seinen Requisiten. „Köpfe wie diese werden meist aus Kautschuk hergestellt und kommen generell auch bei uns zum Einsatz“, sagt Chefdramaturg Christian Vilmar. Der Frauenkopf sei ihm aber unbekannt.

Goldener Jesus auf Parkbank

Es wäre nicht das erste Mal, dass eine ausgediente Requisite in Göttingen für Verwunderung sorgt. Im Februar hatten Passanten eine goldene Jesusfigur auf einer Parkbank im Göttinger Kogelhof entdeckt. Wie sich herausstellte, hatte die 150 Zentimeter große Figur zuletzt dem Kulturzentrum Musa gehört. Nachdem sie in einem Baucontainer entsorgt worden war, hatten Unbekannte die Figur mitgenommen und schließlich auf der Parkbank abgelegt. Die Frauenkopf-Attrappe stamme aber nicht aus dem Fundus des Kulturzentrums, ist sich Mitarbeiter Mark Schneefuß sicher: „Der Baucontainer ist schon lange nicht mehr hier.“

Auch die Polizei ist ratlos: „Noch haben wir keine Idee, woher der Kopf stammen könnte“, sagt Polizei-Sprecherin Jasmin Kaatz. Für Rätsel sorgt auch die Beschaffenheit: Die Attrappe sei aus einem weichen, hautähnlichen Material, etwa Latex. Außerdem gebe es eine Vorrichtung am Hals, mit dem man den Kopf – etwa auf einen Stab – stecken könne. Die Polizei sucht weiter nach der Herkunft und dem Eigentümer der Attrappe. „Solange bleibt er erst einmal bleibt bei uns im Revier“, sagt Kaatz.

Von Verena Schulz

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!