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Göttingen Frauenschläger muss in Sicherungsverwahrung
Die Region Göttingen Frauenschläger muss in Sicherungsverwahrung
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12:10 19.07.2011
Von Jürgen Gückel
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Göttingen

Am Montag ist der so seriös wirkende 55-Jährige für den Rest seines Lebens hinter Gittern verschwunden. Aus dem Gerichtssaal wurde der Psychiatriepatient in die Justizvollzugsanstalt Rosdorf überführt. Dort sitzt er drei Jahre und drei Monate Strafhaft ab, ehe er in die Sicherungszelle umzieht.

Dabei war es lediglich einfache Körperverletzung in drei Fällen, für die er verurteilt wurde. Er hatte am Heiligabend 2009 unter Alkoholeinfluss seine Lebensgefährtin in seiner Wohnung zweimal an den Haaren gepackt und ihren Kopf gegen die Wand geschlagen. In einem weiteren Fall hatte er eine andere Frau, die im Sommer 2010 zu ihm kam und mit der er in Streit geraten war, an den Haaren ergriffen, hatte auch ihren Kopf gegen die Wand geschlagen und ihr mit einem Fausthieb ins Gesicht das Nasenbein zertrümmert. Als die Polizei kam, fand sie die stark blutende Frau, ausgerissene Haarbüschel und einen mit 2,4 Promille volltrunkenen Angeklagten vor, der sich über Blutflecken auf seinem Teppich beschwerte.

Dabei stand der 55-Jährige unter Führungs- und Bewährungsaufsicht, hatte ein absolutes Alkoholverbot, hatte sein Anti-Alkoholmedikament abgesetzt und getrunken, obwohl er wusste, dass er dann immer wieder aggressiv gegen Frauen wird. 18 Mal war der 55-Jährige seit seinem 16. Lebensjahr bereits – meist einschlägig – verurteilt worden. 30 der letzten 40 Jahre hatte er deshalb in Unfreiheit, teils im Maßregelvollzug verbracht. Diesmal attestierte ihm ein Psychiater, dass er zwar alkoholbedingt eingeschränkt steuerungsfähig war, nicht aber wegen einer schweren seelischen Störung. Und weil der Angeklagte einen Hang zu derartigen Straftaten habe, Suchttherapien aussichtslos seien, bleibe er eine Gefahr für die Allgemeinheit. Deshalb verhängte das Gericht die schwerste aller möglichen Maßregeln: Sicherungsverwahrung.