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Göttingen Viele Badegäste in Göttinger Freibädern
Die Region Göttingen Viele Badegäste in Göttinger Freibädern
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00:19 04.06.2019
Das Erlebnisbad in Dransfeld erlebte am Sonnabend den ersten größeren Ansturm an Badegästen in diesem Jahr. Quelle: Meinhard
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Göttingen

Endlich Badewetter. Nachdem sich der unterkühlte Mai verabschiedet hat, kommt punktgenau mit dem Juni sommerliches Wetter auf. Das nutzen viele große und kleine Wasserratten für einen Besuch in einem der Freibäder in Göttingen und Umgebung.

Am Sonnabend riecht es um 11 Uhr im Rosdorfer Freibad nach Wasser, Sonne und Sonnencreme. Das Thermometer zeigt 22 Grad Celsius an. Am Eingang heißt auf einem Wandbild eine gelbe Ente namens Ronaldo alle Gäste willkommen. Ihr gegenüber hat Petra Rudolph ihren Arbeitsplatz. Sie verkauft die Eintrittskarten, allerdings zeigen viele Badegäste ihre Dauerkarte – und manche nicht einmal das: „Sie kennen mich ja inzwischen“, meint eine ältere Dame. Uwe Klingebiel ist schon im Gehen begriffen. Auf die Frage, ob er heute das erste Mal in diesem Jahr schwimmen war, hält er eindrucksvoll dagegen: „Zum 27. Mal.“ Nach dem Saisonstart am 6. Mai sei er anfangs täglich „nur“ 500 bis 600 Meter geschwommen. Inzwischen ist er bei einer Distanz um die 1000 Meter angekommen.

„Ja, man kennt sich hier“

Bekannt wie ein bunter Hund ist Bademeister Oliver Gremmes. „Hallo Olli“, heißt es oft von Bad-Besuchern, die an seinem Aufsichtshäuschen vorbei gehen. „Ja, man kennt sich hier“, sagt der Student der Sportwissenschaften. Bislang sei der Zustrom an Badegästen durchwachsen ausgefallen, blickt Gremmes auf den kühlen Mai zurück. Wenn er von treuen Gästen spricht, die bei jedem Wetter kommen, meint er vor allem die Früh- und die Spätschwimmer. Mit 22 Grad Celsius Wassertemperatur gestartet, liegt der Wert jetzt bei 26 Grad. „Wir versuchen, möglichst die 24 Grad zu halten“, erläutert der Bademeister. Das Plus an Temperatur gegenüber anderen Freibädern kommt in Rosdorf über eine Fernwärmeversorgung zustande. Die Wärme liefert eine unweit gelegene Biogasanlage. „Ende der Woche soll das Wetter wieder schlechter werden“, weiß Gremmes schon jetzt. „Man beschäftigt sich natürlich damit, es geht ja auch um die Personalplanung“, erklärt er seine meteorologische Weitsicht.

„Wir sind verwöhnt vom letzten Jahr“

Cara D. Müller von der DLRG gehört im Erlebnisbad Dransfeld zum Personal und sorgt für die Sicherheit auf der weitläufigen Anlage. Quelle: Meinhard

11.50 Uhr, Parkbad Weende. 25 Grad Luftemperatur. Vor der im vergangenen Jahr neu eröffneten Anlage sind keine Parkplätze mehr zu bekommen. Der Zuspruch hat allerdings auch etwas mit dem angeschlossenen Strandhaus und einer Bäckerei zu tun. An den beiden Eingängen zum Bad ist kein Personal zu finden. Automaten stehen zur Verfügung, an denen sich Gäste ihre Karten ziehen können. Ein älterer Herr hat nur einen Zehn-Euro-Schein parat und irrt eine Weile hin und her, bis ihm der Eintritt mit Hilfe anderer Badegäste gelingt. „Die Kassen sind nur besetzt, wenn es großen Andrang gibt“, erklärt Bademeisterin Heike Reinemann. Sie ist schon sonnengebräunt. Mit der Sonnenbrille auf der Nase kommt sie fröhlich lachend daher. So sieht der Sommer aus. Auch sie spricht von einer bisher „schleppenden“ Badesaison. „Wir sind wohl verwöhnt vom letzten Jahr“, glaubt sie.

Beach-Volleyball-Turnier in Weende

Da das Wasser in Weende nicht aufgewärmt wird und zum großen Teil aus einer Quelle, dem Weendespring, stammt, liegt die Temperatur bei aktuell 18,4 Grad. „Mit steigender Tendenz“, betont Reinemann. Zu den Besonderheiten des Bades gehören ein Zehn-Meter-Sprungturm, eine große Rutsche und eine gastronomische Anbindung mit Strandbar. Zu einem Anziehungspunkt wird das Bad auch, weil hier etliche Veranstaltungen angeboten werden. An diesem Wochenende wird über den Verein Tuspo Weende 1895 ein Turnier im Beach-Volleyball ausgerichtet. Nein, anmelden dafür geht nicht mehr, klärt Mitorganisator Manuel Holst auf. „Aber Zuschauer sind natürlich herzlich willkommen“, sagt er.

Hoch über allen anderen Freibädern liegt das Erlebnisbad Dransfeld. Auf 300 Meter über Normalnull bringt es in der Region kein anderes Freibad. An diesem Sonnabend herrscht bei 25 Grad Lufttemperatur gegen 15 Uhr das erste Mal in diesem Jahr ein sichtlich reger Publikumsverkehr. „Ja, es sind heute sehr, sehr viel mehr Leute hier“, ist sich Cara D. Müller von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ganz sicher. Sie führt gemeinsam mit Bademeister Matthias Corde die Aufsicht über die beiden Becken. In den Maitagen seien in der Regel nur die unerschrockenen Stammgäste gekommen und manchmal hätten sich ein paar Kinder gegenseitig Mut zugesprochen.

„Das ist die perfekte Balance“

Pascal Volkmer ist ein begeisterter Schwimmer. Dieser Sport bietet die perfekte Balance, findet er. Quelle: Meinhard

Da das Wasser in den Becken über schwarze Schläuche fließt, die thermisch von der Sonne aufgewärmt werden, beträgt die Wassertemperatur 25 Grad. „Also, 22 Grad haben wir hier immer“, sagt die junge Frau. „Da kann man sich nicht beschweren“, wirft Pascal Volkmer ein. Er gehört zu den Stammgästen und findet im Schwimmen „die perfekte Balance“ von Bewegung und Anstrengung. „Klar, ich könnte auch Bergsteigen. Aber die Gegend ist dazu nicht geeignet“, fügt Volkmer hinzu. Das Schöne am Freibad sei, argumentiert Müller, „dass man immer Leute kennenlernen kann“. Beide begrüßen, dass im Erlebnisbad Dransfeld über den Förderverein Sommerfeste ausgerichtet werden. „Damit wird die junge Generation mitgenommen“, weiß Volkmer. In diesem Jahr steigt die Fete am 10. August.

Schwimmmeister Corde macht darauf aufmerksam, dass im Freibad das Seepferdchen erworben werden kann. Kinder, die 25 Meter am Stück schwimmen können, einen Sprung vom Beckenrand schaffen und aus dem schultertiefen Wasser einen Ring heraufholen können, haben die Prüfung für diese Frühschwimmer-Qualifikation bestanden.

Am Sonnabend zählte das Erlebnisbad Dransfeld übrigens rund 600 Badegäste, am Sonntag waren es – bei 30 Grad tagsüber –rund 1000. Rekord in diesem Jahr.

Von Ulrich Meinhard

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