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Göttingen Kinder errichten aus 40 000 Holzklötzchen historische Gebäude
Die Region Göttingen Kinder errichten aus 40 000 Holzklötzchen historische Gebäude
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16:05 10.10.2013
Von Andreas Fuhrmann
Gut geschützt bei ungewöhnlicher Ferienaktion: Wer hohe Türme baut, dem kann auch schon mal etwas auf den Kopf fallen. Quelle: Heller
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Göttingen

Die Bausteine hat Stefan Kaiser vom deutschen Jugendverband „Entschieden für Christus“ (EC) extra mit einem 7,5-Tonner nach Göttingen gefahren. „Wir bieten die Aktion für Gemeinden, Straßenfeste und andere Veranstaltungen an.

Man kann uns buchen, und wir kommen dann mit einem Lastwagen und leiten das an“, erklärt Kaiser. Die Aktion „Woody Town“ sei ein großer Spaß. „Wir erleben da die tollsten Gebäude“, sagt Kaiser. Er habe es schon erfahren, das Vater und Sohn an einem Nachmittag ein ganzes Stadion gebaut hätten.

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Interessant sei, dass die Kinder anfangs oft gar nichts mit den Holzklötzchen anzufangen wüssten. „Die überlegen erst, und irgendwann macht es klick, dann legen die los“, erzählt Kaiser. „Mit Hand, Kopf, Herz und Verstand etwas bauen zu können, das wird in Zeiten, in denen die Kinder nur noch vorm Fernseher oder am Computer sitzen, immer weniger.“

Verknüpft werde das Bauen der Gebäude mit der Bibel. So stünden auch der Turmbau zu Babel oder die Mauern von Jericho auf dem Programm. „Wir möchten eben auch christliche und ethische Werte vermitteln“, sagt Kaiser. Dabei gehe es nicht um „Kirche, Pfarrer, fromm“, sondern um einen Bezug zum Leben der Kinder. „Auf was baust du dein Leben? Was sind unsere Werte? Schule, Freundschaft. Das sind schöne Themen.“ Pastor Harald Orth ergänzt: „Wir wollen die biblische Botschaft kindgerecht vermitteln. Und es soll Spaß machen.“

Spaß. Damit sind die Kinder auf jeden Fall bei der Sache. Das Brandenburger Tor wächst binnen einer halben Stunde auf einen Meter Höhe an. Die jüngeren Kinder bauen unten, die größeren oben. Jeder hilft dem anderen, reicht Klötze an oder schiebt welche gerade, die verrutscht sind. Denn umfallen kann jederzeit etwas – und die ganze Mühe war umsonst.

Valentin, Aaron und Bennet haben sogar Bauhelme aufgesetzt. Man kann ja nie wissen. Die Siebenjährigen bauen mit anderen Kindern an einem Stadion, der Münchner Allianz-Arena. „Das macht Spaß“, sagt Valentin. „Ich habe noch nie mit solchen Klötzen etwas gebaut.“ Aber es sei kompliziert, sagt Bennet. „Die Tribünen sind am schwierigsten.“ Kaum hat er das gesagt, stürzt ein Teil der Stadionwand ein.

Bei Marie, Luise und Judith hält das Gebäude noch. Sie bauen die Tower Bridge. „Je höher man kommt, desto schiefer und wackeliger wird es“, sagt die elfjährige Marie aus Angerstein. „Am kompliziertesten wird es, die Brücke zu bauen“, sagt die zehnjährige Luise aus Bovenden – und nimmt den nächsten Baustein. Das Brandenburger Tor ist derweil so hoch, dass nur Pfarrer Orth noch Klötzchen auflegen kann.