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Göttingen Demo, Streikwoche und Protestcamp
Die Region Göttingen Demo, Streikwoche und Protestcamp
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20:00 13.09.2019
Die Bewegung „Fridays for Future“ ruft erneut zu Demonstrationen für besseren Klimaschutz auf. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

Die Ortsgruppe von „Fridays for Future“ in Göttingen hat große Aktionen angekündigt, um erneut für besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Geplant sind eine Demonstration sowie ein Streikcamp. Die Protestler erhalten dabei Rückenwind von unterschiedlichen Seiten.

Am Freitag, 20. September, ruft die deutsche Bewegung von „Fridays for Future“ zu einem globalen Klimastreik auf. Ein breites Bündnis aus Verbänden, Vereinen und Kirchen hat sich dem Protest angeschlossen. Auch die Göttinger Ortsgruppe der Bewegung organisiert eine Demonstration. „Wir rufen voraussichtlich ab 10 Uhr zum Generalstreik auf“, sagt Gianna Mascioni. Die 18-Jährige engagiert sich seit Juni dieses Jahres bei „Fridays for Future“. Der Protest beginnt mit sogenannten Sternmärschen. Schüler laufen von ihren Schulen zum Neuen Rathaus. Sechs Schulen, die „Sternenschweife“, so Mascioni, stehen bereits fest.

Kundgebungen am Neuen Rathaus

Am Neuen Rathaus ist um 12 Uhr eine erste Kundgebung geplant, ehe sich der Demonstrationszug von dort über die Bürgerstraße in Richtung Bahnhof in Bewegung setzt. Durch die Innenstadt laufen die Demonstranten dann zurück zum Neuen Rathaus, wo die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Nach Angaben Mascionis beteiligen sich an der Demonstration auch Kindergärten, Unternehmen sowie Vertreter des Deutschen Theaters Göttingen. „Ein Querschnitt der Bevölkerung“, so die 18-Jährige, die die Demonstration gemeinsam mit rund 20 Mitstreitern organisiert.

Auch die Rednerliste bei den Kundgebungen sei „bunt gemischt“. Neben Vertretern von „Fridays for Future“ sollen auch Gewerkschaftler, Lehrer sowie Anhänger von „Scientists for Future“ zu Wort kommen. „Wir machen seit mittlerweile neun Monaten kleinere Demonstrationen und müssen feststellen, dass leider nicht viel passiert ist. Für das Klima müssen wir alle zusammenhalten. Es ist gut, wenn Jugendliche auf die Straße gehen, aber alleine werden sie es nicht schaffen. Alle Generationen müssen sich aufraffen“, betont Mascioni.

„Klimaziele nicht aus den Augen verlieren“

Inhaltlich halten die Klimaschützer dabei an ihrer Kritik fest. So könne etwa der Ausstieg aus der Kohleverstromung im Jahr 2038 „keine Lösung“ sein, so die Organisatorin. „Fridays for Future“ fordert die Politik auf, schneller zu handeln. Die Protestler bemängeln aber auch die Situation vor Ort. „Wenn die Stadtwerke erst im Jahr 2050 klimaneutral sind, ist der Zug schon lange abgefahren“, meint Mascioni. Zudem sei der öffentliche Personennahverkehr in Göttingen „unattraktiv“. Man dürfe die Klimaziele von Paris nicht aus den Augen verlieren, mahnt sie.

Auch die Bewegung „Parents for Future“ ruft in einer Pressemitteilung zur Teilnahme an der Demonstration auf: „Der beste Zeitpunkt, für Klimaneutralität zu kämpfen, war vor 30 Jahren. Der letztmögliche Zeitpunkt, einen gefährlichen Klimakollaps hinauszuzögern, ist jetzt“, heißt es. Nach Aussage Mascionis erwarten die Organisatoren mehrere Tausend Teilnehmer.

Wenig Vertrauen in Klimakabinett

Das Datum des globalen Klimastreiks ist derweil nicht zufällig gewählt. Am 20. September tritt das Klimakabinett der Bundesregierung in Berlin zusammen und entscheidet, wie es in Sachen Klimaschutz weitergehen soll. „Wir erwarten dort von der Politik allerdings keine Lösungen, wir sind diesbezüglich gewissermaßen desillusioniert“, sagt Mascioni.

Und deshalb hat die Göttinger Ortsgruppe von „Fridays for Future“ von Montag, 23. September, bis Freitag, 27. September, eine ganze Streikwoche geplant. An einem zentralen Ort in der Innenstadt soll nach Wunsch der Klimaschützer ein Protestcamp mit Zelten errichtet werden. Der entsprechende Antrag wurde an die Stadtverwaltung gestellt. Auf dem Programm stehen während der Streikwoche diverse Workshops rund um das Thema Klimaschutz. Die Teilnehmer würden selbst entscheiden, wie lange sie dem Unterricht fernbleiben. „Es ist klar, dass man in der Oberstufe nicht bei einer Klausur fehlen kann“, sagt Mascioni.

100 Protest-Camper erwartet

„Wir werden im Camp viel Zeit miteinander verbringen und diskutieren“, erläutert die 18-Jährige, die die Verpflegung der Camp-Teilnehmer koordinieren und stellvertretende Versammlungsleiterin sein wird. Sie erwartet rund 100 Protest-Camper. Eine ganze Streikwoche zu organisieren, sei für sie und ihre Mitstreiter eine neue Dimension: „Wo können wir Zelte leihen? Wie ist die Toilettensituation? Wo bekomme ich einen Feuerlöscher her?“ Das seien Fragen, die sie sich bei einer einfachen Demonstration bislang nicht hätte stellen müssen, so Mascioni.

Mit dem Protestcamp in der Innenstadt wollen die Klimaschützer vor allem eines erreichen: Sichtbarkeit für ihre Anliegen. Mascioni: „Wenn ein Tag nicht ausreicht, streiken wir halt eine ganze Woche lang.“

Von Filip Donth

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