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Göttingen Fronleichnamsprozession in Göttingens Ostviertel
Die Region Göttingen Fronleichnamsprozession in Göttingens Ostviertel
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00:18 02.06.2013
Ökumenisches Zeichen: Göttinger Dechant Wigbert Schwarze feiert mit Hunderten Christen Fronleichnam auf dem Eichendorffplatz. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Gemeinsam zogen sie die Straßen entlang – und waren damit Sinnbild für das Motto des diesjährigen Umzugs: „Glauben bewegt – auch mich?“

Im Mittelpunkt stand der Zusammenhalt Göttinger Christen verschiedener Konfessionen, die an der Prozession teilnahmen. „Wir setzen jedes Jahr ein ökumenisches Zeichen und bringen gemeinsam zum Ausdruck, dass der christliche Glauben uns bewegt“, sagte Diakon Helmut Hanusch.

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Mit dem Ziel Eichendorffplatz vor Augen, schritt die Menschenmasse gemächlich an den Villen des Ostviertels vorbei. Vorne die quasselnden Gruppen der vielen Hundert Schüler, gefolgt von etlichen Gläubigen Göttinger Gemeinden, die ein Kirchenlied nach dem anderen sangen.

Und mittendrin, feierlich emporgehoben unter einem goldbestickten Baldachin, die Monstranz, in der die Hostie als Zeichen des Leibes Christi aufbewahrt wurde.

Sie stand an Fronleichnam im Mittelpunkt des Geschehens, denn die offizielle Übersetzung des christlichen Feiertages lautet „Hochfest des Leibes und Blutes Christi“. Immer zehn Tage nach Pfingsten wird an einem Donnerstag die leibliche Gegenwart Jesu Christi gefeiert.

Weihrauchschwaden und Blechbläserklänge haben am Donnerstag etwa 1000 Gläubige bei der traditionellen Fronleichnamsprozession durch das Ostviertel begleitet.

Vor dem auf dem Platz errichteten provisorischen Altar sprach der evangelische Pastor Henning Kraus aus der Gemeinde St. Petri Grone.

Er freute sich über die rege Bewegung, die der Glaube an diesem Tag ausgelöst habe. Doch appellierte er an die beiden großen christlichen Kirchen, starre Dogmen und Regeln zu überdenken.

„Es muss überprüft werden, ob sie nicht hinderlich sind und Bewegung verhindern“, sagte Kraus. Denn eins solle nicht geschehen: Dass die „Wanderschaft des Glaubens“ im Stillstand verharre.

Besucher aus Hessen und Thüringen

Der katholische Feiertag machte sich auch im restlichen  Stadtgebiet bemerkbar. Wie jedes Jahr, waren auch gestern Straßen, Einkaufszentren und Parkhäuser schon am Vormittag dicht, weil viele Besucher aus Hessen und Thüringen ihren Feiertag nutzten, um zum Einkaufen nach Göttingen zu kommen.

Zeitweise waren die Zufahrten zum Kaufpark blockiert, weil es keine Parkplätze mehr gab. AmAbend bildete sich dann ein stattlicher Rückreisestau auf der Kasseler Landstraße stadtauswärts.

Von Matthias Heinzel und Christopher Piltz