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Göttingen Fünf Jahre Haft für Überfall auf 84-Jährige
Die Region Göttingen Fünf Jahre Haft für Überfall auf 84-Jährige
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22:45 14.01.2018
Justitia auf einem Richterschreibtisch. Quelle: dpa
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Göttingen

Wegen des Überfalls auf eine 84-jährige Frau hat das Landgericht einen 24-jährigen Mann aus dem Landkreis wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpressung, Wohnungseinbruchsdiebstahls und gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitstrafe von fünf Jahren verurteilt. Außerdem ordnete es die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der 24-Jährige im Juni nachts in das Wohnhaus einer 84-jährigen Frau in Osterode eingebrochen war und diese durch Schläge auf den Kopf schwer verletzt hatte. Mitangeklagt war eine 22-jährige Frau, die den Einbrecher zum Tatort gefahren hatte. Sie erhielt wegen Beihilfe eine sechsmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung.

Die angeklagte Tat könnte aus einem Horrorfilm stammen: Die 84-jährige Rentnerin wird nachts wach, weil sie in Geräusche hört. Ein maskierter Mann betritt ihr Schlafzimmer und schreit: „Wo ist das Geld, wo ist die Pin?“ Sie sagt, dass sie kein Geld hat. Daraufhin schlägt der Einbrecher lmindestens acht Mal mit einem kantigen Gegenstand heftig auf die Frau ein. Danach verlässt er mit seiner Beute – fünf Euro – das Haus.

Der Angeklagte hatte ebenso wie mehrere andere junge Erwachsene im Haushalt eines gesondert verfolgten Mannes im südniedersächsischen Eichsfeld gelebt. In der Unterkunft seien ständig Drogen zur Verfügung gewesen, sagte der Vorsitzende Richter David Küttler. Um dafür Geld aufzutreiben, hätten sie Diebestouren unternommen. Zwei Mitbewohner, darunter der 24-Jährige, hätten dabei die „Drecksarbeit“ gemacht. Der Wohnungseigentümer sei der Initiator gewesen und habe die Beute vereinnahmt. Auch eine Enkelin der 74-Jährigen verkehrte zeitweilig im Umfeld dieser „Drogen-WG“. Diese soll erwähnt haben, dass sich Bargeld im Haus ihrer Großmutter befände, Gerüchten zufolge 70 000 Euro.

Anfang Juni brach eine vierköpfige Gruppe dorthin auf. Die 22-Jährige fuhr das Auto. Mit im Fahrzeug saßen der mutmaßliche Auftraggeber, die Enkelin der 84-Jährigen und der 24-Jährige.

Daraufhin ging er ins Obergeschoss ins Schlafzimmer. Was dann folgte, sei für die 84-Jährige ein Alptraum und eine menschliche Katastrophe, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte habe „alles getan, um an das Geld zu kommen“ und mindestens achtmal mit einem Brett oder einer Taschenlampe auf die 84-jährige Frau eingeschlagen, damit diese ihm verrät, wo das Geld liegt. Die zierliche Frau erlitt durch die brachiale Gewalt einen Schädelbruch sowie mehrere weitere Frakturen, Quetschungen und Blutergüsse. Die Verletzungen seien potenziell lebensgefährlich gewesen, sagte der Richter. „Es war eine abscheuliche Tat.“

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger stellten keinen konkreten Antrag. Sie machten geltend, dass die Angeklagten ein massives Drogenproblem gehabt hätten und durch den „Rädelsführer“ zu diesen Taten getrieben worden seien. Der Nebenklagevertreter verwies auf die schweren gesundheitlichen und psychischen Schäden für das Opfer. Die 84-Jährige habe inzwischen ihr Haus verkauft, weil sie nach diesem Vorfall nicht mehr dort habe wohnen können.

Von Heidi Niemann

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